Batterien müssen nach Gebrauch in den Müll, Akkumulatoren dürfen in die Ladestation und sind nach kurzer Zeit wieder einsatzbereit. Das Geschäft mit Nickelmetallhydrid-Zellen in Mignon- und Micron-Bauform lief gut, nicht zuletzt wegen der großen Zahl an Digitalkameras. Dafür kann die Akkukapazität gar nicht hoch genug sein, deshalb war die Energiedichte das Maß aller Dinge. In großen Ziffern warben die Anbieter mit einer immer höheren Amperestundenzahl auf der bunten Hülle von Mignon-Akkus (AA). Doch zum einen verharrt die seit einiger Zeit bei maximal 2700 mAh und zum anderen laufen Digitalkameras immer häufiger mit LiIon-Packs statt mit Mignon-Zellen. Das von der Branche geschürte mAh-Rennen ist vorbei, der Absatz an NiMH-Zellen stagniert in Deutschland gegenwärtig bei etwa 13 Prozent.
NiMH-Zellen mit 2700 mAh – das ist fast soviel Kapazität wie bei Alkalibatterien. NiMH-Akkus kosten aber mit ein bis vier Euro pro Stück weit mehr als Alkalibatterien, die es für weniger als ein Euro gibt, als Sonderangebot sogar noch billiger im Dutzendpack. Käufer, die nur aufs Geld schauen, greifen deshalb nur dann zu Akkus, wenn für ihr batteriebetriebenes Gerät in überschaubarer Zeit so viele Batterien nötig wären, dass sich der NiMH-Akku plus das aktuell notwendige Ladegerät rechnet. Blitzgeräte, Digitalkameras, mobile Player oder ferngesteuertes Spielzeug sind Kandidaten dafür. Spielen zusätzlich Ressourcenschutz und Umweltaspekte eine Rolle, dann empfehlen sich die Akkus auch dann, wenn ein Batteriewechsel seltener ansteht.
Nickelmetallhydridakkus konnten die Batterien abgesehen vom Preis auch deshalb nicht in großem Umfang ersetzen, weil sie sich selbst entladen. Schon nach wenigen Wochen hat die Zelle mehr als zehn Prozent ihrer Energie verloren, nach einem halben Jahr sogar bis zur Hälfte. Die Selbstentladung ist temperaturabhängig – je wärmer, desto stärker. In der abgedichteten Zelle vorhandener Wasserstoff reagiert mit Anode und Kathode und verringert so die Ladekapazität. Auch die unvermeidlichen Volumenänderungen der Zelle beim Laden und Entladen beschleunigen die Selbstentladung, indem sie zu Veränderungen in den Materialien führen.
Die Selbstentladung schränkt den Einsatz von Akkus schmerzlich ein. In Fernbedienungen zum Beispiel sind NiMH-Zellen nicht sinnvoll, weil der Akku sehr lange Pausen hat. Eine Digitalkamera, die nur alle paar Wochen kurz gebraucht wird, funktioniert vielleicht im entscheidenden Augenblick nicht mehr, weil sich die NiMH-Zellen entladen haben.
Dieses Ärgernis mildern die Hersteller nun endlich mit Zellen ab, die einen Großteil ihrer Kapazität auch noch nach ein bis zwei Jahren behalten. Die rund zehn Anbieter in Deutschland (siehe Tabelle) werben mit einer Restkapazität nach einem Jahr von 70 bis 85 Prozent. Die neuen Akkus sind bereits zu etwa drei Vierteln vorgeladen und damit frisch aus der Packung sofort einsetzbar.