Das Nokia N95 ist ein mit 120 Gramm recht leichtes handliches Schiebe-Modell, das gut in der Hand liegt – schiebt man das Displayteil nach oben, öffnet sich die Handytastatur, schiebt man es nach unten, erscheinen die Tasten für die Playersteuerung. Die Tasten liegen zwar dicht beieinander, sind für eine sichere Bedienung aber groß genug und haben einen deutlichen Druckpunkt.
Das N95 verfügt über komfortable Organizer-Funktionen, leider fehlt eine davon getrennte, terminunabhängige Aufgabenliste. Ein Quickoffice-Viewer zeigt doc-, xls- und ppt-Dateien an. Der Barcode-Leser, der die Kamera des N95 als Scanner nutzt, verlangt allerdings wegen der langsamen Autofokusfunktion viel Geduld.
Per WLAN kann man in Hotspots per VoIP telefonieren. Allerdings fehlt bei den von Vodafone subventionierten Geräten diese Internet-Telefonie-Anwendung – nicht völlig überraschend, aber nachrüstbar.
Die Kamera glänzt mit 5 Megapixeln und einem Carl-Zeiss-Autofokus-Objektiv. Mit einer Fokusssierzeit von etwa zwei bis drei Sekunden, deutlichem Bildrauschen, im Automodus übertriebenen Farbkontrasten und störenden Artefakten an den Bildrändern kommt jedoch nicht die Begeisterung auf, die eine entsprechend ausgestattete Digicam überflüssig machen würde.
Der Audio-Player im N95 spielt WMA-, AAC-, M4A- und MP3-Daten problemlos ab. Der subjektive Klangeindruck ist gut. Das mitgelieferte Headset liefert kräftige Bässe, es lassen sich aber auch beliebige Kopfhörer über eine 3,5-mm-Klinkenbuchse am Gerät anschließen. Der Klang ist über einen 8-Kanal-Equalizer und Presets regelbar. Unsere Audiomessungen ergaben ein hohes Grundrauschen, das über einen guten Kopfhörer deutlich auffällt, der Frequenzgang mit knapp 4 dB Abweichung im Hörbereich ist wenig überzeugend – dabei sind dann die beiden Kanäle auch noch unsymmetrisch. Unsere Bewertung: Für Musik unterwegs reicht der Player, als Zuspieler für die Stereoanlage taugt das N95 nicht.
Mit UMTS, HSDPA bis maximal 3,6 MBit/s, EGPRS (EDGE) und HSCSD sowie WLAN ist das N95 in vielen Netzen zu Hause. Der interne Browser zeigt eine Übersichtsdarstellung mit Miniseiten, RSS-Feeds und bietet eine Popup-Sperre. Via USB-Kabel mit dem Notebook verbunden – Bluetooth ist für HSDPA zu langsam – gefällt das N95 als sehr schnelles Funkmodem (siehe Messwerte).