Rein technisch gesehen ist der Begriff "Ortung" im Folgenden eigentlich fehl am Platz, weil keines der beschriebenen Verfahren die Position eines Zielgeräts ohne dessen aktive Mitwirkung bestimmen kann. Aus Anwendersicht hingegen passt die Bezeichnung, da ihm die Dienste und Geräte nahezu in Echtzeit zeigen, wo sich jemand anderes befindet.
Empfänger für das Global Positioning System (GPS) werten zur Ortsbestimmung die Laufzeiten der Signale von Satelliten aus; die Satelliten selbst bekommen davon jedoch nichts mit [1]. Ähnlich funktioniert die Positionierung per WLAN, die etwa iPhones der ersten Generation benutzen und die man per Browser-Plug-in auf beliebigen mobilen Rechnern nachrüsten kann [2]. Hier reicht die Information, welche drahtlosen Netzwerke mit welcher Signalstärke zu empfangen sind. Bei einem dieser Netze anmelden muss man sich dazu nicht.
In beiden Fällen muss das Gerät seine ermittelte Position selbst übertragen, in der Regel per Mobilfunk. Für Handys und Notebooks ist das kein Problem, GPS-Handgeräte, Logger [3] und die allermeisten Navigationssysteme müssen hier allerdings passen. Bei Letzteren gehört etwa TomTom Go 940 Live zu den wenigen Ausnahmen [4]: Dank der Zusatzfunktion TomTom Buddies kann man ausgewählte Freunde über die eigene Position auf dem Laufenden halten.
Selbst die Mobilfunkprovider und Netzbetreiber können Handys nicht unmittelbar orten: Sie haben zwar Zugriff auf die Informationen, bei welcher Funkzelle ein Telefon gerade eingebucht ist, welche anderen ebenfalls erreichbar wären und wie stark deren Signal empfangen wird [5]. Per Triangulation (Kombination von drei Senderorten mit ihren Signalstärken) lässt sich aber nur herleiten, wo sich das Gerät unter idealisierten Bedingungen befinden müsste. Die Praxis sieht anders aus: Gelände, Gebäude und andere Störfaktoren sorgen selbst in der Stadt mit hoher Funkzellendichte für Abweichungen von mehreren hundert Metern.