Bei smarten Mobiltelefonen gehört der Internetzugang zur Grundausstattung. Was liegt also näher, als die Geräte zum Surf-Sprungbrett für ein oder mehrere Notebooks zu machen?
Trifft man sich mit Freunden im Café, um gemeinsam Ideen auszuarbeiten, will man bei Unklarheiten die allwissende Müllhalde befragen und die Ergebnisse der Sitzung per Mail verteilen. Steht im Lokal der Wahl kein WLAN-Hotspot oder nur einer von Telekom und Co. mit Stundenpreisen auf Apotheken-Niveau, bietet sich ein Smartphone als Surfstation an: Die meisten Telefone mit USB- oder Bluetooth-Schnittstelle können ihren Internetzugang an ein Notebook weiterreichen. Wie das funktioniert, erläutern wir im ersten Teil dieses Artikels.
Steckt ein WLAN-Modul im Telefon, kann es mit Zusatzprogrammen sogar mehrere Laptops bedienen – diese Tools beschreibt der zweite Teil. Der größte Vorteil beider Varianten: Nur der Smartphone-Besitzer zahlt für die Online-Session. Hat er eine Flatrate gebucht, entstehen gar keine Zusatzkosten. Als Oberbegriff für alle Formen der Internet-Weitergabe hat sich übrigens „Tethering“ eingebürgert, was auf Deutsch schlicht „anbinden“ bedeutet.
Soll nur ein Rechner das Telefon anzapfen, empfiehlt sich in HSDPA-Funkzellen die Verbindung per USB-Kabel, da die Bluetooth-Schnittstelle maximal 2,1 MBit/s überträgt und schnelle Verbindungen dadurch ausbremst. Einige Telefone geben ihre Verbindung automatisch oder über die mitgelieferte Hersteller-Software weiter. Fehlt ein solches Tool, genügen bei vielen Modellen ein paar simple Einstellungen, um sie vom Rechner aus als Modem anzusteuern. Zur dritten Fraktion gehören Geräte, die sich nur mit spezieller Software von anderen Anbietern in Internet-Lieferanten verwandeln.
Die Kombination aus einem Smartphone mit dem Betriebssystem Windows Mobile und einem Rechner mit Windows 7 oder Vista verlangt nicht einmal eine zusätzliche Anwendung. Lediglich Windows XP benötigt das Microsoft-Programm Active Sync, das ohnehin meist für die Synchronisation installiert ist. Windows-Smartphones ab Version 6.5 bieten die „Internet-Freigabe“ nach dem Anstöpseln an einen USB-Port automatisch an und Augenblicke später surft man über eine virtuelle Netzwerkkarte. Bei Telefonen mit Windows Mobile 6 oder 6.1 findet sich die Internet-Freigabe im Menü „Alle Programme“.
Smartphones mit Symbian-Betriebssystem von Nokia, Samsung oder Sony-Ericsson geben die Internetverbindung nach der Installation der mitgelieferten Software auf dem Notebook weiter. Bei Nokia und Sony-Ericsson heißt diese „PC Suite“, bei Samsung „PC Studio“ – alle drei Programme bieten nach dem Einstöpseln des Telefons an, den PC mit dem Internet zu verbinden. Bei manchen Modellen muss man den Netzbetreiber aus einer Liste auswählen, anschließend richtet die Software das Telefon automatisch als Modem ein.
HTC legt seinen Android-Smartphones Hero und Tattoo ein Programm namens Sync bei, mit dem die Internet-Weitergabe genauso einfach funktioniert. Allerdings muss man bei der Installation unter Windows XP ein wenig tricksen.