Der Bold 9700 lässt sich mit verringertem Gewicht und kompakten Abmessungen, solider Tastatur und einem Touchpad besser bedienen und bringt als erstes Blackberry-Smartphone die Firmware-Version 5.0 mit.
Der neue Blackberry Bold 9700 ist das erste vollständig in Deutschland entwickelte Gerät des kanadischen Smartphone-Herstellers Research in Motion (RIM). Nachdem Nokia sein Werk in Bochum schloss, baute RIM dort ein neues Entwicklungszentrum auf und übernahm neunzig frühere Nokia-Mitarbeiter. Derzeit hat RIM am Standort Bochum bereits 210 Beschäftigte, weitere 60 sollen folgen. Das Team in Bochum entwickelte das neue Gerät innerhalb eines Jahres statt der üblichen 15 bis 16 Monaten, wie RIM nicht ohne Stolz vermeldete.
Ein Trackpad ersetzt den allzu leicht verschmutzenden Rollball des Vorgängers Bold 9000. Es nimmt die Bewegung des Fingers optisch auf und funktioniert damit in etwa wie eine auf dem Kopf stehende optische Maus, die Empfindlichkeit des Trackpads ist einstellbar. Es dient gleichzeitig als Starttaste für die aktuell hervorgehobene Aktion. Alle anderen Bedienelemente bleiben unverändert angeordnet: vier Auswahltasten oberhalb der QWERTZ-Tastatur, an der linken Gehäuseseite Headset- und USB-Anschluss sowie eine programmierbare Auswahltaste, rechts eine zweistufige Kamera-Taste und die Lautstärkeeinstellung. Auf der Oberseite findet man die üblichen Tasten für Lock und Mute.
Der Slot für MicroSD-Speicherkarten wandert unter die Batterie-Abdeckung, die Karten lassen sich dennoch während des Betriebs tauschen. Für den PC-Anschluss gibt es eine Micro-USB-Buchse. Darüber diese wird das Gerät auch geladen, entweder per 700-mA-Netzteil oder das Anschlusskabel am PC oder Mac. Dort taucht der Bold als externes Speichermedium auf.
Der Bildschirm ist ein wenig kleiner geworden, löst aber zugleich 40 Pixelzeilen mehr auf und wächst damit auf 480 × 360 Bildpunkte. Er lässt sich unverändert gut ablesen, sowohl drinnen als auch im Sonnenlicht. Die Tastatur ist gegenüber dem Vorgänger etwas geschrumpft, fühlt sich solide an, klappert nicht und hat definierte Druckpunkte.
Auch für den Einsatz als Media-Player ist der Bold gerüstet. Durch einen eigenen Multimedia-Prozessor bietet das Gerät bis zu 38 Stunden Laufzeit beim Musik hören. Sperrt der Administrator jedoch den Speicherslot, leidet die MP3-Funktion: Intern verbaut RIM nur 256 MByte Speicher, davon sind lediglich 32 MByte für für Multimediadaten reserviert. Das mitgelieferte, durchaus ordentlich klingende Headset kann man dank 3,5-mm-Klinke durch einen eigenen Kopfhörer ersetzen; zur Klangeinstellung stehen neun Presets zur Verfügung. Zudem arbeitet der Bold auch mit Bluetooth-Stereokopfhörern zusammen.
Die mit Autofokus und Bildstabilisierung ausgestattete Kamera knipst in Innenräumen deutlich verrauschte, im Freien jedoch für kleinformatige Abzüge durchaus brauchbare Bilder. Die Schnappschusstauglichkeit leidet unter etwa einer Sekunde Auslöseverzögerung. Videos zeichnet die Kamera flüssig, aber nur in der Auflösung von 480 × 352 oder den bei MMS üblichen 176 × 144 Bildpunkten und ohne Ton auf.
Der Blackberry Bold 9700 enthält einen Prozessor mit ARM7-Architektur und 624 MHz Taktfrequenz, wie er auch schon im Vorgänger verbaut war. Er fühlt sich etwas schneller an als das 9000er Modell, was vermutlich der neuen Firmware zu verdanken ist. RIM gibt eine von 4,5 auf 6 Stunden gesteigerte Sprechzeit und 450 Stunden Standby-Zeit an. Im Testbetrieb hielt das Gerät einen ganzen Arbeitstag lang durch.