Das für weniger als zwei Euro erhältliche Roadee kann zwar als Auto-Navigator nicht überzeugen, lohnt aber als billige Alternative für Fußgänger und Radfahrer, die dank des OpenStreetmap-Kartenmaterials auch über Schleich- und Feldwege zum Ziel kommen. Die Konkurrenz führt per Pedes nur über das Straßennetz – oftmals ein Umweg.
Für gerade mal 1,59 Euro erhält man die Navi-Software Roadee von Aemade – die Verwendung der freien OpenStreetmap-Karten machts möglich. Auch wenn die Abdeckung nicht immer optimal sein mag: Zumindest in Hannover war sie zuweilen besser als bei herkömmlichen Karten von Tele Atlas oder Navteq. Sogar die Feld- und Waldwege des Eilenriede-Stadtwalds waren dort verzeichnet, sodass Roadee oftmals kürzere (und schönere) Fußgängerrouten anbieten konnte als die Konkurrenz.
Als Radfahrer und Fußgänger fällt es nicht so stark ins Gewicht, dass die Karten – weil nicht lokal auf dem iPhone gespeichert – oft sekundenlang nachladen müssen. Im Auto lenkt das genauso gefährlich vom Verkehr ab wie die lieblose, künstliche Navi-Stimme. Sie spricht nur englische Wörter korrekt aus, sodass deutsche Anweisungen und Straßennamen kaum zu verstehen sind („räkts äbbeegan“). Die Routen führen zwar zum Ziel, aber manchmal auf Umwegen.
In so ziemlich jeder anderen Disziplin versagt das OpenStreetmap-Programm kläglich: Es ordnet zuweilen die Position einer falschen Straße oder Richtung zu (Map-matching), bringt nur eine spärlich gefüllte POI-Datenbank mit und kennt keine Ausschlüsse von Autobahnen oder Fähren. Es stoppt beim Telefonanruf, ohne aber danach neu zu starten, und lässt iPod-Musik einfach verstummen. Alles in allem besitzt Roadee nur wenige Funktionen über das beigelegte Google Maps hinaus. Für Radfahrer und Fußgänger mag es eine echte Hilfe sein, aber im Auto möchte man Roadee nicht benutzen.