Maximal 49 Cent für abgehende und 24 Cent für eingehende Gespräche sollen Mobilfunkkunden nach den Vorgaben der Europäischen Union in Zukunft zahlen, wenn sie in einem der Mitgliedsstaaten (siehe [1]) mit ihrem mitgebrachten Handy telefonieren. Dazu kommt jeweils die landesspezifische Mehrwertsteuer, insgesamt für Deutschland also rund 59 beziehungsweise 29 Cent. Wer bereits heute zu günstigeren Preisen telefonieren will, kann zu einem auf Auslandstelefonie spezialisierten Anbieter wechseln – mehr dazu auf der nächsten Seite.
Den Netzbetreibern bleibt nach Inkrafttreten der Verordnung ein Monat Zeit zur Umsetzung. Danach müssen sie ihren Kunden ein entsprechendes Angebot vorlegen, der Kunde muss sich daraufhin innerhalb von zwei Monaten für den neuen EU-Tarif oder andere Roaming-Angebote des Netzbetreibers entscheiden. Spätestens einen Monat nach dem Eingang der Kundenentscheidung beim Netzbetreiber muss dieser den gewünschten Tarif freischalten. Wer sich nicht festlegt, soll automatisch auf den neuen EU-Tarif wechseln. Zudem sollen Mobilfunkkunden nach der Einreise in ein anderes Land in Zukunft eine SMS des dortigen Netzbetreibers erhalten, die sie über die dort geltenden Roaming-Entgelte informiert. Diese Regelung gilt zunächst für drei Jahre, in denen die Roaming-Gebühren weiter sinken sollen. Nach einem Jahr sind 46 respektive 22 Cent verordnet, im dritten Jahr sollen sie auf 43 beziehungsweise 19 Cent sinken, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer.
|
Die Netzbetreiber bieten zum Teil seit Jahren spezielle, teilweise kostenpflichtig zubuchbare Roaming-Optionen an. An die neuen EU-Vorgaben kommt allerdings keiner heran, so kosten etwa bei O2 mit der kostenlosen EU-Option ein- und ausgehende Gespräche 59 Cent pro Minute, ohne diese sind es in den meisten europäischen Ländern jeweils 10 Cent mehr. Vodafone hat das "Reiseversprechen" im Angebot, T-Mobile lockt Urlauber mit der Option "Relax Holiday".
E-Plus zog erst Anfang Juni mit der Roaming-Option "Holiday Special" nach. Den Anforderungen an die kommende Verordnung genügt auch dieses Angebot nicht: Die Minutenpreise liegen zwar mit 25 Cent für ein- und abgehende Gespräche unter dem Verordneten, jedoch kostet jedes abgehende Gespräch zusätzlich eine Pauschale von 75 Cent. Zudem gelten diese Preise nur, wenn der Reisende in bestimmte Netze des Urlaubslandes eingebucht ist. Nutzt man die automatische Netzwahl – die übliche Standardeinstellung im Handy – kann der Preis auch innerhalb Europas schnell auf 99 Cent pro Minute steigen.
Unsere Tabelle nennt die Preise für das durch Optionen verbilligte Telefonieren in Europa. Sobald die Anbieter Preissenkungen ankündigen, aktualisieren wir die Daten. Weitere Informationen zum Telefonieren und dem Internet-Zugang in allen Ländern der Welt nennt die Länderliste auf heise mobil.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||