Jeder kennt einen, der einen kennt, der schon mal im Urlaub ganz arglos seine E-Mails mit Hilfe des Handys abholte und dann nach der Rückkehr mit einer saftigen Rechnung belohnt wurde. Dabei muss das alles gar nicht so schlimm sein, zumindest nicht, wenn man sich im Inland aufhält. Für zwei fünfzig am Tag oder das Zehnfache pro Monat lässt es sich mittlerweile recht flott surfen und mailen. Und das im richtigen Internet und nicht einer abgespeckten Version im Portal des Anbieters. Man braucht nur die richtige Hardware, die richtige Software, die richtigen Einstellungen und nicht zuletzt den richtigen Tarif. Klingt nicht einfach, ist es auch nicht.
UMTS war eine einzige Erfolgsgeschichte – zumindest für den ehemaligen Bundesfinanzminister Hans Eichel, der das Akronym kurzerhand als "Unerwartete Mehreinnahmen zur Tilgung von Staatsschulden" umdeutete. Sechs Mobilfunkbetreiber und Konsortien hatten jeweils mehr als 16 Milliarden Mark für ihre Lizenzen geboten. So flossen im Jahr 2000 umgerechnet 50 Milliarden Euro in den Staatssäckel. Zwei Jahre später verlor das Konsortium von Telefónica und Sonera mit dem Marktaustritt aus Deutschland seine Lizenz, und 2003 gab Mobilcom seine zurück, ohne ein Netz aufgebaut zu haben. Da waren's nur noch vier: T-Mobile, Vodafone, O2 und E-Plus. Aber noch immer gab es weder ein funktionierendes Netz noch passable Endgeräte.
Dabei sollte UMTS, das Universal Mobile Telecommunications System, ganz neue Anwendungen und damit Umsatzpotenziale für die Anbieter bringen. Als die Netze dann 2004 so richtig an den Start gingen, gab es nur wenige Endgeräte und die waren nicht besonders attraktiv. Frontkameras auf UMTS-Handys und die Fähigkeit, mehrere Datenströme gleichzeitig zu übertragen, sollten Videotelefonie ermöglichen, natürlich zu höheren Preisen. Leider interessierte das niemanden.
Telefonieren und Textnachrichten, das konnten die GSM-Geräte besser, schöner, fehlerfreier, und dank geringerem Stromverbrauch auch länger und in kleineren, schlankeren Gehäusen. Es folgten zwei Jahre, in denen sich die Anbieter immer wieder neue Tarife ausdachten, die niemand verstand und folglich auch niemand haben wollte. Für die Mobilfunkunternehmen galt es unbedingt zu vermeiden, die teuer aufgebaute Infrastruktur billig zu verscherbeln.