Im Oktober 2009 hat Microsoft die Version 6.5 seines Smartphone-Betriebssystems Windows Mobile vorgestellt, das sich dank einer überarbeiteten Touchscreen-Bedienoberfläche besser mit dem Finger steuern lässt. Viele Hardware-Hersteller setzen bei ihren 6.5er-Modellen jedoch lieber auf eigene schickere Oberflächen. Die ersten 6.5er-Smartphones verlocken zudem mit einer üppigen Ausstattung zum Kauf.
Windows Mobile gehört zu den Klassikern unter den Smartphone-Betriebssystemen und sollte das Bedienkonzept des großen PC-Bruders auf den kleineren Touchscreens der Mobilgeräte umsetzen. Statt einer Maus benutzte man den Eingabestift, um die oft filigranen Elemente und Scrollbalken zu bedienen. Seit dem Erfolg der Android-Smartphones und des iPhones wollen die Anwender dazu jedoch lieber die Finger benutzen, statt auf kleine Plastik-Zahnstocher zurückgreifen zu müssen. Dazu sind aber deutlich größere Symbole, Schaltflächen und virtuelle Tasten nötig.
Windows Mobile 6.5 verbessert ein paar Kleinigkeiten wie den schicken Heute-Bildschirm und per Finger scrollbare Menüfenster, setzt das neue Konzept jedoch nicht konsequent um. Die meisten Geräte-Hersteller statten daher ihre Windows-Mobile-Smartphones mit selbstentwickelten Oberflächen aus, die sich besser mit dem Finger steuern lassen und die nach wie vor angestaubte Microsoft-Optik in die Untermenüs verbannen oder völlig verstecken.
Fünf der ersten 6.5er-Modelle – die ersten Modelle mit dem jüngst vorgestellten Nachfolger Windows Phone 7 dürften frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2010 auf den Markt kommen – haben wir genauer unter die Lupe genommen und dabei ein besonderes Augenmerk auf die Bedienung gelegt: das Neotouch des Smartphone-Neulings Acer, die Modelle Touch2 und HD2 von HTC – ersteres mit TouchFlo-Oberfläche, letzteres mit der Weiterentwicklung Sense –, das nur bei Vodafone erhältliche GM750 von LG Electronics mit S-Class-UI-Bedienung und Samsungs I8000 Omnia II, das über die herstellereigene Oberfläche TouchWiz gesteuert wird.