Mit dem Flatrate-Surfen ist es jedoch vorbei, sobald sich das Handy oder das UMTS-Netbook in einem ausländischen Netz angemeldet hat. Das kann je nach Netzausbau schon einige Kilometer vor der Grenze passieren – Borkum- und Sylt-Urlauber aufgepasst! Anders als das Roaming für Gespräche und SMS, für das die EU Preisobergrenzen vorgibt, schwanken die Preise für das Daten-Roaming selbst aus EU-Ländern zwischen 2 und über 20 Euro pro Megabyte (siehe unten stehende Tabelle). Die in den Mobilfunk-Verträgen festgelegten Konditionen gelten nur für Inlandsverbindungen.
| Preise Daten-Roaming | |||||
| Anbieter | Länderzone 1 (EU) | Länderzone 2 | Länderzone 3 | Länderzone 4 | Abrechnungs-Einheit |
| E-Plus und Base | 12,08 € / MByte | 16,18 € / MByte | 20,28 € / MByte | - | 50 KByte |
| O2 | 7,17 € / MByte | 12,29 € / MByte | 15,36 € / MByte | - | 10 KByte |
| Fonic | 7,17 € / MByte | 14,34 € / MByte | 19,46 € / MByte | - | 100 KByte |
| T-Mobile | 1,95 € / MByte | 10,04 € / MByte | 16,18 € / MByte | - | 50 KByte (Zone 1: 100 KByte) |
| T-Mobile Prepaid | 20,28 € / MByte | 26,42 € / MByte | 34,61 € / MByte | - | 50 KByte |
| Vodafone (Mobile World Data) | 3,48 € / MByte | 10,04 € / MByte | 16,18 € / MByte | 20,28 € / MByte | 50 KByte |
Wer zum Beispiel im Funknetz der Schweiz mit der Fonic-Tagesflatrate die Webseite der Süddeutschen Zeitung aufruft, ist auf einen Schlag rund 30 Euro los, für fünf Minuten YouTube-Video zahlt der iPhone-Nutzer hier rund 35 Euro. In Grenznähe sollte man daher das vom Handy oder Notebook angezeigte Netz im Auge behalten und bei Bedarf auf manuelle Netzwahl umstellen.
Außer Auslandsoptionen wie Vodafones Reiseversprechen für Telefonate bieten die großen Netzbetreiber auch Surf-Optionen für EU-Länder und weitere Staaten an: T-Mobiles Roaming DayPass gilt für die Ländergruppe 1; für 14,95 Euro lassen sich begrenzt auf einen Kalendertag 50 MByte übertragen. Der DayPass muss mindestens 24 Stunden vorher gebucht werden. Vodafones WebSessions bieten ebenfalls 50 MByte für knapp 15 Euro, laufen 24 Stunden und sind per Webseite bei Bedarf sofort nutzbar. Vor Urlaubsantritt sollte man die Länderlisten seines Anbieters konsultieren, ob diese Dienste zur Verfügung stehen. Auch bei den WebSessions ist die manuelle Netzwahl von Vorteil, da es im Urlaubsland mehrere Vodafone-Roamingpartner geben kann, aber nicht alle den Zugang über den nötigen APN „event.vodafone.de“ anbieten. Hier hilft vor Antritt der Reise ebenfalls ein Blick auf die Vodafone-Website.
O2 beschränkt die Kosten für Datenverbindungen in den Länderzonen 1 und 2 auf 15 Euro pro 50 Megabyte und Tag. Überschreitet man dieses Tagesvolumen, berechnet der Netzbetreiber zwei Cent pro 10-KByte-Block, also 2,48 Euro pro MByte. Anders als bei T-Mobile und Vodafone gilt der O2-Auslandstarif für alle Privatkunden mit Laufzeit-Tarif und muss nicht extra gebucht werden.
Bei der Internet-Nutzung im Ausland, aber auch bei Tarifen mit begrenztem Volumen helfen Datenzähler, die die bereits übertragenen Megabytes anzeigen – meist getrennt nach Sende- und Empfangsrichtung. Fürs Surfen mit dem Notebook gibt es passende Programme [1], bei vielen Handys findet man den Datenzähler bei den Telefon-Listen für eingehende, abgehende und verpasste Gespräche. iPhone-Nutzer finden die Angabe unter Mobile Netzwerkdaten (Einstellungen, Allgemein, Benutzung). Alternativ bieten die Netzbetreiber meist auch eine Sondernummer für die Konto-Abfrage oder man kann sich den aktuellen Kontostand per SMS zuschicken lassen. (rop)
| [1] | Urs Mansmann, Online-Urlaub, Web und E-Mail im Urlaub, www.heise.de/mobil/artikel/140511 |
| [2] | Informationen zu GS;-Versorgung und Datendiensten im Ausland: Länderliste auf heise mobil |