Viele Kunden verzichten ob der hohen Preise auf die Reparatur ihres Notebooks, und das einst teuer erworbene Gerät wird zu Elektronikschrott. Das muss aber nicht sein: Eine Reihe unabhängiger Reparaturwerkstätten bietet preisgünstige Reparaturen von Notebooks verschiedener Hersteller an. Sie rechnen für gewöhnlich nach Aufwand ab. Das ist oft günstiger als die bei Herstellern beliebten Reparaturpauschalen.
Eine Auswahl von Werkstätten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben wir nach ihren Reparaturkosten und -bedingungen befragt. Bei unserer Umfrage beschränkten wir uns auf Unternehmen, die ihre Dienste im ganzen deutschsprachigen Gebiet anbieten. Fast alle Firmen, die die Tabelle aufführt, reparieren Notebooks von Privatleuten und Firmenkunden. Einzig die Firma Technik & Service Sabel gab an, Reparaturaufträge ausschließlich von Firmen oder Händlern entgegenzunehmen.
Für den Transport der Geräte sind Paketdienste üblich. Für gewöhnlich sollte der Kunde das defekte Gerät versichert und in der Originalverpackung an die Werkstatt schicken. Einige Reparatur-Services helfen dem Kunden aber auch mit einer Spannfolienverpackung aus, die der beauftragte Kurier mitbringt. Die Versandkostenpauschale für den Rücktransport beträgt bei den befragten Unternehmen höchstens 15 Euro. Einen Kostenvoranschlag erstellen manche Werkstätten kostenlos oder verrechnen ihn, wenn darauf ein Reparaturauftrag folgt. Im günstigsten Fall bezahlt der Kunde nur die Versandkosten, falls ihm die Reparaturkosten zu hoch erscheinen.
Gerade bei einfachen Arbeiten lohnt sich ein Preisvergleich: So werden beim Hersteller für den Austausch einer 40-GByte-Festplatte schon mal bis zu 522 Euro fällig, wogegen die unabhängigen Werkstätten hier typischerweise zwischen 100 und 180 Euro berechnen. Mit 90 bis 230 Euro schlägt der Austausch einer Tastatur zu Buche; beim Hersteller kostet das 63 bis 270 Euro. Preise zwischen 50 und 200 Euro gaben die Werkstätten für den Ersatz eines Displaydeckels an. Muss jedoch das ganze Display getauscht werden, wird es teurer: 400 bis 660 Euro verlangen die Reparateure für ein neues 15-Zoll-Display in einer Auflösung von 1280 x 1024 Punkten. Billiger kommt weg, wer einen gebrauchten Bildschirm akzeptiert. Das ist ab 250 Euro zu machen.
Im Gegensatz zu manchem Notebook-Hersteller tauschen die Werkstätten nicht das komplette Display, wenn nur das Scharnier defekt ist. Je nachdem, ob ein gebrauchtes Scharnier zur Hand ist oder ob es neu bestellt werden muss, spannen sich die Preise zwischen 20 und 174 Euro. Teuer wird es allerdings, wenn der Notebook-Hersteller das Scharnier nur samt Display verkauft. Ebenfalls weit streuen die Preise für den Austausch eines gesprungenen Notebook-Gehäuses, die die Werkstätten mit 70 bis 330 Euro angaben. Für den Einbau eines 256-MByte-Speicherriegels werden zwischen 50 und 190 Euro fällig.
Verschiedene Optionen hat der Kunde, wenn das Mainboard defekt ist. Für den Einbau eines neuen Boards nannten die Firmen Preise zwischen 250 und 850 Euro. Die Mehrzahl der Werkstätten bietet daneben die Reparatur auf Chiplevel an. Dabei kann der Kunde mit 174 Euro davonkommen. Die dritte Option besteht im Einbau eines gebrauchten Mainboards. Wer sich darauf einlassen will, sollte Kosten ab 300 Euro einkalkulieren. Unter Umständen kommt der Einbau eines Second-Hand-Boards günstiger als die Fehlersuche und der Austausch eines einzelnen Chips.