20.04.2006
Eine Auswahl von Werkstätten haben wir in der Tabelle auf der folgenden Seite zusammengestellt. Etwa ein Drittel von ihnen erstellt einen Kostenvoranschlag gratis, die übrigen verlangen für den ersten Check zwischen dreißig und sechzig Euro. Kommt es zum Reparaturauftrag, dann werden diese Kosten fast immer voll angerechnet. Oft klärt schon ein Telefongespräch vorab, ob das Einsenden des Notebooks lohnt. Das Gerät sollte man für den Transport zur Werkstatt versichern und möglichst in der Originalverpackung schicken.
Wunder darf man von den Unabhängigen nicht erwarten. Sie kochen auch nur mit Wasser und müssen rentabel arbeiten. Die Kosten mögen zwanzig bis dreißig Prozent niedriger liegen als beim Notebook-Hersteller, viel mehr aber auch nicht. In Einzelfällen jedoch, wenn zum Beispiel die Werkstatt ein einzelnes Display-Scharnier organisieren kann, der Notebook-Hersteller aber den kompletten Deckel austauschen will, spart man einen ganzen Batzen.
Die Ersatzteilbeschaffung fällt den unabhängigen Werkstätten jedoch schwerer als den Herstellern. Letztere können große Stückzahlen zu günstigen Preisen ordern, die Werkstatt um die Ecke muss für das Teil erstmal einen Lieferanten finden. Einige von ihnen haben sich deshalb zusammengeschlossen, um sich gegenseitig zu helfen.
Nur versierte Bastler mit Uhrmacher-Fähigkeiten sollten ihr Notebook selbst reparieren. Innen erwarten sie winzige Schrauben, filigrane Käbelchen und empfindliche Folienstecker. Trotz mit Warnaufkleber versiegelter Schraube: Wer nur den Speicher erweitert oder austauscht, hat nach wie vor Anspruch auf Gewährleistung. Beim Ausbau von Tastatur, Gehäuseteilen oder gar des Mainboards kann der Händler jedoch mit dem Hinweis auf eine mögliche Beschädigung die kostenlose Reparatur verweigern.
Nur wenige Hersteller veröffentlichen wie Dell und IBM detaillierte Beschreibungen. Ein Linux-Händler (tuxmobil.de) hat aus der Not eine Tugend gemacht und auf repair4laptop.org Verweise zu Reparaturanleitungen und Bastelprojekte gesammelt. Zurzeit besteht die Sammlung aus etwa 600 Hinweisen zu Reparatur- und Upgrade-Berichten für Notebooks, geordnet nach Herstellern und Baugruppen. Tipps für weitere Links sind willkommen.
Festplatten, Speicher, Akkus, Netzteile und optische Laufwerke verkaufen Händler auch an Privatkunden (siehe Tabelle unten), aber schon das Finden einer Ersatztastatur fällt schwer. Bei professionellen Ersatzteilbörsen wie Powersourceonline.com dürfen zwar Privatkunden nicht kaufen, für den Bastler sind solche Adressen trotzdem interessant, weil sie Ersatzteillisten und Explosionszeichnungen enthalten. Manchmal lohnt auch der Anruf beim Hersteller, ob der nicht das Ersatzteil gegen Rechnung schickt. (jr)
| [1] Jörg Wester, Preiswert instand gesetzt, Unabhängige Reparaturwerkstätten als Alternative zur Herstellerreparatur, www.heise.de/mobil/artikel/54849 |
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