Was für Geschäftsreisende zum Alltag gehört, ist auch für so manchen Urlauber längst Normalität: der Zugriff auf Internet-Dienste überall und jederzeit. Doch während die Firma ihrem Berufsnomaden meist einen vorkonfigurierten Zugang zur Verfügung stellt, steht der Urlaubsplanende vor einer unüberschaubaren Auswahl von Geräten, Zugangsarten und Tarifen. Wer danebengreift, erlebt den Schock beispielsweise beim Studium der nächsten Mobilfunkrechnung.
Ist also absehbar, dass die nächste Urlaubsreise nicht komplett offline vonstatten geht, gilt es, ein wenig zu planen. Dabei spielt die Art der Internet-Nutzung genauso eine Rolle wie die Online-Zeit und der Ort. In der Tabelle auf der letzten Seite dieses Artikels haben wir beispielhaft aufgeführt, welche Kosten bei den verschiedenen Nutzungsarten und Zugangsmöglichkeiten entstehen können.
Oft lohnt es sich nicht, für den gelegentlichen E-Mail-Check oder den Abruf der Fußballergebnisse ein zusätzliches Gerät ins Reisegepäck zu legen. Internet-Cafés finden sich mittlerweile auch in den entlegensten Regionen. Als Faustregel gilt: Je schlechter die Internet-Versorgung in einer Region ist, desto mehr öffentlich zugängliche Surfstationen gibt es dort, die die einheimische Bevölkerung mit kostengünstigen Online-Möglichkeiten versorgen. Etliche Verzeichnisse katalogisieren die weltweiten Internet-Terminals (siehe Tabelle "Verzeichnisse von Internet-Cafés").
In aller Regel beschränkt sich der Netzzugriff auf einen geöffneten Web-Browser. Wer an einem öffentlichen Terminal surft, verlässt sich auf Gedeih und Verderb darauf, dass der Betreiber seine Systeme im Griff hat. Egal, ob das System Windows und den Internet Explorer verwendet oder Linux und Firefox – es gibt und gab für alle Systeme Sicherheitslücken, über die Angreifer Schadcode einschleusen können – und frequentierte Internet-Cafés bieten jede Menge lohnende Ziele. Daher kann man sich als außenstehender Nutzer eines solchen Zugangs nie sicher sein, ob nicht auf den PCs im Hintergrund zum Beispiel ein Keylogger läuft, der Tastatureingaben abfängt, also etwa Passwörter.
Daher sollte man im Internet-Café keinerlei vertraulichen Daten eingeben oder abrufen. Die Bestellung beim Online-Shop ist ebenso tabu wie der Kontocheck bei der Bank oder die Bearbeitung wichtiger dienstlicher E-Mails. Aber auch, wenn man nur persönliche E-Mails abruft, sollte man stets im Hinterkopf behalten, dass der Café-Rechner kompromittiert sein könnte. Am besten legt man sich für die Urlaubsreise einen Zweit-Account bei einem Freemail-Provider an, auf den man E-Mails nur weiterleitet. Wird dieses Postfach angegriffen, bleibt das Ursprungskonto unangetastet.
Im Browser sollte man falls möglich jede Funktion zum Passwort-Speichern abschalten. Beim deutschsprachigen Internet Explorer heißt die zuständige Funktion "Autovervollständigen" und findet sich unter dem Reiter "Inhalte" der Internet-Optionen im Menü Extras. Wenn man diese Funktion deaktiviert, lassen sich – übrigens auch noch nachträglich – die bereits gespeicherten Daten und Passwörter löschen. In Firefox, Mozilla, Netscape heißt die Funktion "Passwort-Manager". Wenn man der Landessprache am Reiseziel nicht mächtig ist, sollte man sich visuell einprägen, wo die Optionen in den Browsern zu finden sind.
Permanente Cookies bergen ein ähnliches Risiko wie die Passwort-Speicherfunktion. Online-Shops, aber teilweise auch E-Mail-Dienste platzieren diese kleinen Dateien auf dem Rechner, um den Nutzer beim nächsten Besuch ohne Passworteingabe wiedererkennen zu können. Es empfiehlt sich, vorsichtshalber am Ende der Online-Sitzung über den Browser die Cookies zu löschen. Den Button dazu bieten der Internet Explorer unter "Temporäre Dateien" im Optionen-Menü, Firefox und Co. im Datenschutz-Menü unter "Einstellungen".
Ob im Internet-Café Dateien hochgeladen werden können, hängt von den dort vorhandenen PCs ab. Große Ketten verriegeln ihre Surf-Stationen, sodass kein externes Gerät, etwa eine Digicam via USB, andocken darf. Kleinere Cafés bieten diesen Service mitunter explizit an – in der Erwartung, am Ausdruck der Urlaubsfotos ein Zubrot zu verdienen. Darauf verlassen, dass etwa der mitgebrachte USB-Stick Platz am Rechner findet, sollte man sich nicht.
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