Notebook-Chirurgie
WLAN-Module nachrüsten
Ernst Ahlers, Jürgen Rink - 25.10.2004
WLANs haben sich in den letzten Jahren rasant ausgebreitet, doch nur neuere Notebooks bringen schon ab Werk eingebaute Funkmodule mit. Wer vor einem Eingriff in seinen etwas älteren Minirechner nicht zurückschreckt, kann ihn schon für rund 70 Euro ins Funknetz bringen. Vor der Bestellung sollte man sich allerdings gründlich informieren.
Eine eingebaute WLAN-Schnittstelle hat viele Vorteile: Keine PC-Card steht über, kann abbrechen oder verloren gehen. Außerdem bleibt der Cardbus-Slot für andere Erweiterungen frei. Folglich haben die meisten Notebook-Hersteller dieses früher externe Feature inzwischen ins Innere gepackt. Besitzer älterer Modelle müssen aber nicht neidvoll abseits stehen, mittlerweile sind Mini-PCI-Module zum Nachrüsten zu erschwinglichen Preisen erhältlich.
Ein prüfender Blick unter die Haube des Laptops vermeidet Fehlinvestitionen: Besitzt der tragbare Rechner keinen echten Mini-PCI-Slot oder ist der vorhandene bereits belegt, kann man sich die Ausgabe für ein WLAN-Modul sparen. Der Mini-PCI-Slot liegt bei älteren Notebooks meist auf der Unterseite und ist durch einen mit Schrauben gesicherten Deckel verschlossen. Bei neueren Modellen haben die Hersteller den Slot ins Innere verlagert, beispielsweise unter die Tastatur, was dazu nötigt, das Gerät recht weit zu zerlegen.
Vor dem Modulkauf sollte man den Platz im Mini-PCI-Slot prüfen: 45 mm Höhe müssen es mindestens sein, damit ein Centrino-2200BG-Modul passt.
Hat man Glück und es ist ein freier Mini-PCI-Slot vorhanden, dann hängt es vom Betriebssystem und der Treiberauswahl ab, welches Modul man nachrüsten kann. Antennen sollten freilich ebenfalls vorhanden sein; eine Antennennachrüstung ist nichts für Gelegenheitsbastler. Wer sich dennoch daran wagen möchte, findet in c't 20/04 auf S. 176 eine Anleitung.
Mit der Software-Unterstützung sieht es derzeit etwas mau aus. Ob dem Modul eine Treiberdiskette beiliegt, sollte man vorher erfragen, denn auf den Webseiten der Fabrikanten findet man in der Regel keine Software: Weil die Mini-PCI-Module nur für das OEM-Geschäft – also den herstellerseitigen Einbau in Notebooks oder WLAN-Breitband-Router – gefertigt werden, hängt der Support am Notebookhersteller. Derzeit ist man in der Modulauswahl recht eingeschränkt, eine Auswahl listet die Tabelle am Ende des Artikels.
Zurzeit ist ein Intel-Modul 2200BG die problemärmste Version. Unserem Testexemplar lag eine CD-ROM bei, die Software für Windows 2000 und XP vorhält. Das bei Sparklan erhältliche Prism-GT-Modul WL-850F soll laut Anbieter unter Windows 98SE, ME, 2000, XP und Linux funktionieren.
