Das Pre lässt sich nicht ganz so intuitiv handhaben wie das iPhone, es empfiehlt sich ein Blick in die Kurzanleitung oder die bei der Ersteinrichtung angebotene Hilfe. Es reagiert auf Gesten manchmal mit einer kleinen Verzögerung, während der man nie genau weiß, ob sich aufgrund dieser Denksekunde nichts tut oder ob man die Fingerbewegung nicht genau genug ausgeführt hat. Das ist lästig bis gefährlich: Führt man beispielsweise die Geste zum Löschen einer Mail ungeduldig noch mal aus, kann es sein, dass man direkt noch eine zweite Mail löscht. Die Fläche unter dem Display reagiert aufs Drüberstreichen per Finger: Eine Wischbewegung zur linken Seite wechselt bei vielen Menüs und Optionsfenstern zur nächsthöheren Ebene; sie wird allerdings nicht so feinfühlig wie die Touchscreen-Gesten erkannt und erfordert mehr Übung.
Die Bedienung ist nicht immer konsistent: Laufende Tasks löscht man durch eine Wischbewegung nach oben, Mails durch eine nach rechts (was in der Kalendersicht wiederum zum Blättern oder Verschieben von Terminen dient), für Fotos gibt es ein Mülleimer-Symbol. Tippt man ohne geladene Anwendung einfach drauflos, startet das Pre eine Suche in den Kontakten und den Programmen oder interpretiert das Getippte als Telefonnummer. Wird es nicht fündig, bietet es an, eine Internetsuche durchzuführen – ohne aber vorher die Bookmarks zu durchsuchen.
Als praktisches Zubehör bietet Palm den Ladeadapter Touchstone an, der das mit einem speziellen Akkudeckel bestückte Pre kabellos per Induktion lädt. Der Touchstone kostet rund 50 Euro, der Akkudeckel 20 Euro.
Die Synchronisation des Kalenders mit einem Google-Account klappte zuverlässig und schnell, auch wenn einem Account mehrere Kalender (auch freigegebene anderer Google-Accounts) zugeordnet sind. Die Aufgabenliste sortiert Aufgaben in frei benennbaren Listen und speichert Einträge mit oder ohne Fälligkeitsdatum und bietet reichlich Platz für Notizen. Aufgabenliste und Memos synchronisiert WebOS allerdings nicht, auch wenn Google selbst inzwischen eine – allerdings als Beta gekennzeichnete und nur in der englischen Kalenderansicht verfügbare – Synchronisation von Aufgaben anbietet.
Das sonst umfangreiche Adressbuch bietet für Namen und Postanschrift jeweils nur ein Feld. Unter Namensdetails im Kontaktemenü findet sich eine weitere Maske mit Titel, Vorname, zweiter Vorname, Nachname und Namenszusatz; für die Postanschrift fehlt eine Detailmaske. Die Kontaktliste lässt sich aber wahlweise nach Vor-, Nach- oder Firmenname sortieren, und auch die Suche und Telefonanwendungen finden sowohl Vor- als Nachnamen. Kontakte lassen sich mit einer Kurzwahl versehen oder auch als Icon direkt ins Startmenü legen. Man kann zu jedem Kontakt einen Text eingeben, der dann beim nächsten Kontaktieren (egal ob per Mail, Chat oder Anruf) angezeigt wird.
Die automatische Zusammenführung von Kontakten aus dem Messenger, dem Google-Adressbuch und Facebook funktioniert gut, sofern die Kontakte erkennbare gleiche Merkmale haben. Zusammengeführte Kontakte erscheinen nur einmal in der Kontaktliste; die Verknüpfungen lassen sich auch manuell leicht erstellen, überprüfen und aufheben. Änderungen landen nicht automatisch bei allen Accounts, sondern nur bei demjenigen, von dem das jeweilige Feld stammt. Neue Felder und neue Einträge erscheinen bei dem als primär gekennzeichneten Dienst, beispielsweise Facebook oder Google. Ob Anwendungen diesen Mechanismus um weitere Dienste erweitern können, ist derzeit unklar.