Der Zugang zum Mobilfunknetz der dritten Generation ist nichts Exotisches mehr: UMTS-Handys gehen mit Vertrag für einstellige Beträge über die Ladentheke, ohne Vertrag beginnen die Preise bei 180 Euro (siehe Handliche Mobilmacher). T-Mobile und Vodafone haben mit dem UMTS-Start pauschal alle Kunden für das neue Funknetz freigeschaltet. O2 vergab anfangs gesonderte Karten an UMTS-Kunden; seit Mai 2006 erhalten aber alle Vertragskunden Zugang zu UMTS. Wer seinen O2-Vertrag vor diesem Termin abgeschlossen hat, kann sich kostenlos für UMTS freischalten lassen. O2 und E-Plus sperren aber die Nutzer von Prepaid-Karten aus dem schnellen Datennetz aus; sie müssen sich mit dem langsameren GSM-Datendienst GPRS begnügen.
Die meisten Mobilfunkkunden können also mit einem UMTS-Handy sofort ins Internet durchstarten, doch Vorsicht: Je nach Tarif kann das extrem teuer werden. Die Abrechnung erfolgt nämlich üblicherweise nach übertragenem Datenvolumen, wobei man jeden angefangenen Datenblock bezahlt und sich die Blockgrößen je nach Netzbetreiber und Tarif unterscheiden. Hinzu kommt, dass das Netz die Verbindung gelegentlich unterbricht, sodass auf der Rechnung fast immer mehr Daten auftauchen, als man tatsächlich übertragen hat.
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Wer etwa mit einer Prepaid-Karte von T-Mobile die Hauptseite von Spiegel online aufruft - was bei guter Verbindung keine fünf Sekunden dauert –, zahlt dafür je nach Bebilderung und Anzahl der Werbebanner fünf Euro und mehr - wohlgemerkt ohne einen weiteren Link auf der Seite angeklickt zu haben. Mit einer Vertragskarte sind es immer noch mehr als zwei Euro. Alle genannten Preise gelten übrigens genauso für GPRS, das automatisch in die Bresche springt, wenn man beim Surfen den mit UMTS versorgten Bereich verlässt.
Wesentlich günstiger surfen Gelegenheitsnutzer mit einer Abrechnung nach Zeit - zumindest wenn sie einen Genion-Vertrag von O2 haben: Genion-Kunden zahlen für eine Online-Stunde nur noch 5,40 Euro, egal wie viele Daten in der Zeit übertragen wurden. Allerdings nur, wenn sie als APN (Access Point Name) "surfo2" konfiguriert haben, mit dem älteren "internet" lauert auch hier die Gebührenfalle. Die Minuten-basierten Tarife der anderen Netzbetreiber liegen um ein Mehrfaches über den O2-Preisen. Wer häufiger auf einen mobilen Internet-Zugang angewiesen ist, aber keinen Vertrag mit einem festen Volumen abschließen möchte, kommt derzeit an O2 kaum vorbei. Vodafone bietet zwar mit "life! by time" ebenfalls eine Abrechnung nach Minuten, doch kostet wegen der 5-Minuten-Taktung selbst eine kurze Verbindung – etwa zum E-Mail-Abholen – knapp 1,90 Euro.
Wer mit einem O2-Genion-Vertrag über den APN "internet" statt "surfo2" surft, zahlt teuer fürs Volumen statt günstig nach Zeit.
Für regelmäßige Mobilsurfer lohnt es sich, einen Vertrag mit monatlichem Inklusivvolumen oder einer Flatrate abzuschließen. Ohne Telefonie-Vertrag braucht man zunächst einen Daten-Tarif, zu dem man die gewünschte Option hinzubucht. Dabei summieren sich die monatlichen Grundpreise von Tarif und Option. Optionen kann man auch zu einem bestehenden Sprachtarif hinzubuchen, dann entfällt der Daten-Tarif und es kommen zum Grundpreis fürs Telefonieren nur die monatlichen Kosten für die Option hinzu.
Wir haben die wichtigsten Daten-Tarife und Optionen der Netzbetreiber in der Tabelle zusammengefasst. Die angegebenen Grundpreise erhöhen sich bei den meisten Angeboten, wenn der Kunde ein subventioniertes Handy oder eine Datenkarte wünscht. Sondertarife etwa für Homezone-Angebote oder mit einem speziellen Gerät wie einem Blackberry haben wir nicht mit aufgeführt. Für den Zugang der WAP-Portale der Netzbetreiber gibt es gesonderte Konditionen, etwa günstige Flatrates, die sich aber nicht zum Internet-Surfen eignen und meist über separate APNs abgewickelt werden.
Außer verschiedenen Volumen-Optionen bieten O2, T-Mobile und Vodafone sogenannte Fair-Flatrates. In Wirklichkeit handelt es sich dabei um ein Inklusivvolumen von 5 GByte. Wenn man dieses einmalig überschreitet, zeigen sich die Netzbetreiber gnädig und berechnen keine Folgekosten. Erst wenn der Kunde das Limit drei Monate in Folge überschreitet, werden zwischen 0,58 und einem Euro pro Megabyte fällig. T-Mobile und Vodafone haben seit Frühjahr den UMTS-Beschleuniger HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) im Angebot, über den man bis zu 1,8 MBit/s empfängt. Noch rechnen die Provider HSDPA wie UMTS und GPRS ab; zumindest Vodafone will HSDPA-Kunden jedoch ab Februar 2007 bis zu zehn Euro Aufschlag auf die Grundpreise berechnen.
Als erster Provider hat Vodafone mit dem WebSessions-Angebot an die Gelegenheitsnutzer gedacht, für die sich ein monatliches Datenvolumen oder sogar eine Flatrate nicht lohnt. Wer den mobilen Internet-Zugang nur auf Geschäftsreisen braucht, kann den UMTS-Datendienst stundenweise buchen. Dazu muss er den APN von "web.vodafone.de" auf "event.vodafone.de" ändern. Nachdem die Verbindung zum Netz steht und man das erste Mal den Browser startet, erscheint eine Vodafone-Seite, auf der man die gewünschte Web-Session buchen kann. Man bezahlt per Kreditkarte oder über die Mobilfunkrechnung, und zwar 1,90 Euro für 15 Minuten, 9,70 Euro für zwei Stunden oder 17,49 Euro für den ganzen Tag. Vodafone stellt die WebSessions auch in 14 europäischen Ländern bereit; international kosten 24 Stunden 28,22 Euro. Das ist zwar nicht gerade kostenlos, verglichen mit den Roaming-Gebühren für Auslandstelefonate aber geradezu ein Schnäppchen. (rop)