Das Aushängeschild des XO ist das Display. Es misst nur 7,5 Zoll und stammt von Chi Mei Optoelectronics (CMO). Das komplett neu entwickelte Panel zeigt sowohl unter praller Sonne als auch drinnen ein gut ablesbares Bild und übertrifft in dieser Hinsicht alle handelsüblichen Laptop-Displays. Das Panel hat zwei Betriebsarten. Hinter der Flüssigkristallschicht liegt eine Art Sieb, dessen breite Stege das Umgebungslicht reflektieren und streuen. Weil die Farbfilter dahinter liegen und für die Bilderzeugung daher keine Rolle spielen, blickt man bei hellem Umgebungslicht auf ein Schwarzweißbild (Betriebsart 1). Wegen der enormen Auflösung von 200 dpi (1200 × 900 Pixel) sieht Schrift gestochen scharf aus – auch hier müssen andere Notebook-Displays passen. Der BTest-1-Prototyp hat noch ein spiegelndes Display, der BTest-2 bereits ein mattes.
Dual-Mode-Display im XO mit Mikroskop-Aufnahmen: Mit Umgebungslicht beleuchtet reflektieren die hellen Stege (links) das Licht das Bild erscheint schwarzweiß. Nur mit der LED-Hintergrundbeleuchtung blickt man auf ein Farbbild (rechts).
Mit angeschalteter LED-Hintergrundbeleuchtung fällt Licht von hinten durch die Farbfilter und durch die Löcher des Verteilungssiebs. Dadurch entsteht ein Farbbild (Betriebsart 2). Jedes der 1200 × 900 Pixel ist dann entweder rot, grün oder blau. Da jeweils ein grünes, rotes und blaues Pixel zusammen einen Bildpunkt darstellen, liegt die Auflösung des Farbbilds nur bei umgerechnet etwa 800 × 600. Der Display-Controller DCON sorgt dabei für ein automatisches Antialiasing, um die Kanten zu glätten. Er frischt außerdem das Bild auch dann auf, wenn der Rest des Rechners im Ruhemodus ist. Die Helligkeit beträgt mit 64 cd/m² nur die Hälfte von durchschnittlichen Notebook-Panels und der Kontrast fällt mit 82:1 etwas flau aus. Doch im Dunklen reichts und im Hellen hilft das Umgebungslicht – je mehr es beiträgt, desto weniger erkennt man aber die Farben.
Einige Tasten stehen für unterschiedliche Display-Helligkeiten bereit. Der XO soll auch einen Backlight-Sensor bekommen, doch der Prototyp hatte noch keinen oder er funktionierte nicht. Unsere Messungen ermittelten für das Display eine Leistungsaufnahme von nur 1,5 W, später soll die Leistungsaufnahme bei nur einem Watt liegen. Auch dies ein Rekordwert, denn übliche Displays verbrauchen mindestens das Vierfache davon.
Vor der Tastatur liegt ein kapazitives Touchpad, mittels dessen man wie gewohnt mit dem Finger den Cursor bewegt. Aber auch die gesamte Gehäusefläche links und rechts inklusive Touchpad dient zur Eingabe, denn darunter steckt eine resistiv arbeitende Schicht. Mit einem Eingabestift kann man darauf schreiben oder malen.
Der XO soll natürlich auch das Lesen fördern. Dafür lässt sich das Display drehen und mit der Anzeige nach oben auf die Tastatur klappen, ähnlich wie bei den als Convertibles bezeichneten Tablet PCs. Anders als diese hat der XO aber kein berührungsempfindliches Display. Verschiedene Tasten und ein Navigationsknopf im Display-Rand erlauben die Bedienung der Sugar genannten Bedienoberfläche aber auch ohne. Ob das Drehgelenk Kinderbehandlung verträgt, werden vielleicht die gerade begonnenen Feldtests zeigen. Es könnte sich als Schwachstelle erweisen. Einige der B2-Prototypen verschickte die Organisation bereits an einige Länder, darunter mehrere hundert XO für brasilianische Schulkinder. Auch in einer nigerianischen Testschule in Galadima bekamen die Kinder etwa hundert XOs in die Hände gedrückt. Die Tests laufen noch, Ergebnisse liegen bislang nicht vor.
Die Ports verstecken sich links und rechts am oberen Display-Rand hinter Klappen: Auf der rechten Seite zwei USB-Ports und links ein Audio-Port und ein weiterer USB-Anschluss. Der Audio-Port hat auch einen Modus, in dem er als Eingang mit A/D-Wandler dient, zum Beispiel für Bastelprojekte mit Photosensoren oder für Messgeräte. Die beiden Klappen schützen nicht nur die Ports, sondern sie dienen auch als WLAN-Antennen.
Ein Nickelmetallhydrid-Akku aus fünf Zellen speichert 22,8 Wh, etwa die Hälfte bis ein Drittel dessen, was normalerweise in Notebooks steckt. Lithiumionen-Akkus waren den Entwicklern bislang zu gefährlich, doch neue Lithium-Stromspeicher könnten vielleicht noch die Abkehr von NiMH mit ihrer hohen Selbstentladung zur Folge haben.
Negroponte gibt als Zielverbrauch des XO sehr optimistische zwei Watt an. Verglichen mit etwa zehn Watt für die genügsamsten Notebooks wäre das ein hervorragender Wert und die Laufzeit läge trotz der geringen Kapazität bei über zehn Stunden. Die Prototypen schaffen das bei weitem nicht, weil die Stromsparmöglichkeiten noch nicht funktionieren: Derzeit liegt die Laufzeit bei 2,5 Stunden mit und 3,5 Stunden ohne Display-Beleuchtung, das macht 9,1 respektive 6,5 Watt.
Eine niedrige Leistungsaufnahme ist für Gegenden ohne Stromnetz oder mit nur lokal verfügbarem Strom wichtig. Der Strombedarf muss so niedrig sein, dass die Akkuladung einen Großteil des Tages hält und dass eventuell ein Generator möglich ist – Stromerzeuger mit Muskelkraft sind nicht sehr leistungsfähig. Ursprünglich ragte dafür eine Kurbel aus dem XO-Gehäuse. Wegen der hohen mechanischen Belastung wurde diese Art der Stromerzeugung ersatzlos gestrichen. In der Diskussion steht derzeit eine Art Jojo: Ein Generator mit aufziehbarer Schnur soll in einer Minute genügend Strom liefern für zehn Minuten XO-Betrieb. Das System hat den Prototypenstatus aber noch nicht erreicht.