Strichcodes sind jedem Verbraucher seit Jahren bekannt: Auf jedem Milchkarton im Supermarkt um die Ecke ist eine Abfolge von schwarzen und weißen Strichen aufgedruckt. Ein Scanner an der Ladenkasse liest die Strichfolge und gibt die Informationen an die Kasse weiter. Solche Strichcodes können nur recht kleine Ziffernfolgen darstellen. So genannte 2D-Barcodes nutzen die vorhandene Fläche über ein Pixelmuster besser aus und bringen damit mehr Informationen unter. Beim Online-Kauf von Bahntickets oder Briefmarken dürften dem einen oder anderen diese Codes bereits hier begegnet sein: In der oberen rechten Ecke des selbst ausgedruckten Online-Tickets der Bahn findet sich ein Pixelhaufen, den der Bahnschaffner nur noch einzuscannen braucht.
Formate wie Datamatrix, Semacode, BeeTagg oder QR (Quick Response, englisch für „schnelle Antwort“) können teilweise bis zu 4000 alphanumerische Zeichen speichern und lassen sich in Sekundenbruchteilen einlesen, sofern das Lesegerät genau genug arbeitet. Dabei ist unerheblich, in welchem Winkel der Anwender den Scanner hält: Der Code enthält Markierungen, an denen sich der Scanner orientiert. Bei vielen Formaten ist der Code redundant ausgelegt; so sollen sich auch unvollständige oder beschädigte Codes einlesen lassen.
Man benötigt zum Einlesen von QR-Codes nicht unbedingt ein spezielles Lesegerät. Ein aktuelles Kamera-Handy bringt – mit der passenden Software bestückt – alles mit um diese Barcodes einzulesen und auszuwerten. Diese eignen sich etwa für die Übertragung von Adressdaten oder einem Weblink zum schnellen Abruf von Informationen im Internet.
|
||||||||||
In Japan gehören die Pixelmuster schon zum Alltag vieler Handy-Nutzer. Sie können die von Herstellern auf Poster, Magazine oder Verpackungen gedruckten Codes auf ihrem Handy einlesen und werden über eine URL auf Zusatzinfos im Netz geführt. Bei McDonald’s beispielsweise findet man auf einigen Burger-Packungen Codes, die eine Webseite mit Angaben zu Inhaltsstoffen und Nährwert der Sandwiches öffnet.
Der QR-Reader scannt über die Handy-Kamera den Code (l.), entziffert die Nachricht und macht sie auf dem Gerät verfügbar (r.).
Inzwischen gibt es eine Vielzahl an Readern, Generatoren oder Entwicklertools für 2D-Barcodes (siehe Tabellen), die für private Anwender häufig kostenlos verfügbar sind. Speziell für Europa bietet das Schweizer Unternehmen Kaywa auf seiner Webseite einen kostenlosen Reader für eine Reihe von Symbian-Handys sowie einen Barcode-Generator an. Dessen Fähigkeiten halten sich allerdings in Grenzen: Pro QR-Code sind maximal 250 Zeichen möglich und der Reader versteht nur Kurznachrichten, Text und Telefonnummern. Der von den HP Labs in Bristol als Experimentier-Version veröffentlichte Glass Reader für verschiedene Nokia-Modelle kann zusätzlich noch VCards mit Adressdaten einlesen. Dafür muss sich die Anwendung allerdings mit dem Internet verbinden. Der Grund hierfür liegt nach Angaben von HP Labs in der dadurch einfacheren Implementierung und der Kompatibilität der Codes mit älteren Reader-Versionen.