Die von Intel und Microsoft ins Leben gerufene Plattform Ultra Mobile PC (UMPC) umfasst Minirechner, die klein und leicht genug sind, damit der Anwender sie bequem zwischen den Händen halten kann. Die erste Generation [1] krankte daran, dass die Hardware nicht zum kleinen Format passte: Die UMPCs liefen kaum drei Stunden, waren zu laut, wurden zu warm und zeigten eine für Windows XP zu geringe Display-Auflösung – und dafür sollte der Anwender rund tausend Euro bezahlen.
Mit der auf dem Frühjahrs-IDF in Peking vorgestellten Nachfolge-Plattform McCaslin trat Intel an, den ramponierten Ruf der Kleinstrechner zu verbessern. Das erste McCaslin-Gerät auf dem deutschen Markt ist Q1 Ultra von Samsung. Gleich vorneweg: Er läuft bei wenig Rechenlast über vier Stunden lang und Windows Vista lässt sich wegen der Display-Auflösung von 1024 × 600 nun auch ohne abgeschnittene Fenster bedienen. Damit hat er der ersten Generation schon einiges voraus.
Der Q1 Ultra liegt wegen abgerundeter Kanten und der geringen Dicke von 2,3 cm angenehm in der Hand. Die 700 g Gewicht lassen das Bedienen ohne Unterlage eine Zeit lang zu, nicht aber stundenlang. Ein Plastikfuß an der Rückseite hält den Kleinen schräg stehend auf dem Tisch. Mit dem UMPC in der Hand reichen die Daumen für die Bedienung aus: Der linke bewegt einen verschiebbaren Knopf und damit den Cursor, der rechte bedient die beiden Mausersatztasten. Die an Smartphones erinnernde Knöpfchentastatur links und rechts oben erlaubt die Eingabe von Text. Das ist deshalb mühsam, weil der Blick häufig vom Knöpfchenblock links zu rechts und umgekehrt wechselt. Anders als bei Smartphones müssen die Daumen gleichzeitig statt nacheinander auf Shift und Taste für einen Großbuchstaben drücken – erst die Windows-Einrastfunktion schafft hier Abhilfe.
Wer damit nicht zurechtkommt, kann auf eine Bildschirmtastatur ausweichen. Die Tasten erscheinen auf dem Touchscreen-Display links und rechts als Viertelkreis in der Ecke und sind bequem mit den Daumen erreichbar. Ein Druck auf das Werkzeugsymbol ändert die Buchstaben- in Einstellungstasten.
Per Stift, der unten quer im Gerät steckt, kann das Q1 Ultra zudem wie ein Tablet PC bedient werden. Damit steht auch die hervorragende Handschrifterkennung von Windows Vista zur Verfügung, die das Tippen oft überflüssig macht. Die Kalibrierung des Touchscreens ist so genau, dass punktgenaues Zeichnen möglich ist. Da aber die Touchscreen-Folie nicht zwischen Handballen und Stift unterscheidet, erfordert der Q1 Ultra freihändiges Schreiben und Skizzieren.
Die Vielfalt dieser Bedienmöglichkeiten setzt sich beim Media Center fort. Zusätzlich zum Samsung-eigenen AVStation Now steht Origami Experience bereit, das ganz auf die Touchscreen-Bedienung ausgelegt ist. Insgesamt dürfte jeder Anwender seinen Umgang mit dem Q1 Ultra finden – ob Stift, Mausersatz, Knöpfchentastatur, virtuelles Keyboard oder die beiden Multimedia-Center, für jeden ist was dabei.