21. Juni 2012 23:24

Re: Die Kernfrage lautet:

schlägerpolizist schrieb am 21. Juni 2012 23:05

> maxi456 schrieb am 21. Juni 2012 22:42

> > > Cool zu sein ist irre wichtig, wenn man in so einem Markt zu dieser
> > > Zeit erfolgreich viele, viele Produkte verkaufen will.
> > 
> > Und welche Produkte hast du dir so in letzter Zeit aus dem Grund
> > "cool" gekauft?

> Alle!

> Im Grunde genommen, kauft man unbewusst immer das subjektiv coolste
> Produkt von einigen Ausnahmen mal abgesehen. Ob Kleidung, Computer,
> Küche, Auto, TV, Wohnzimmerschrank, Haarschnitt oder Zigarettenmarke
> ... ich entscheide mich bei der Vielzahl der konkurrierenden
> identischen Produkte immer für das coolste.

Ich gehe davon aus, dass du relativ Jung bist? Falls ich richtig
liege: mit der Zeit werden sich deine Prioritäten drastisch ändern.
Deine Autos werden eher praktisch sein, statt cool; welchen Schrank
du kaufst wird davon abhängen, ob deine bessere Hälfte alle Klamotten
unterbringt. Rauchen entfällt, weil du irgendwann erkennst, wie
uncool das eigentlich ist, der Haarschnitt verliert an Priorität
(proportional zum Verlust der Dichte deiner Haarpracht). Ich könnte
noch viele Beispiele nennen, aber das coolste an dem Vorgang: du
kannst nicht glauben dass es in deinem Leben eine Zeit gab, in der
Coolness für dich entscheidend war.


> Natürlich glaubt jeder gegen Werbung und Marketing immun zu sein,
> aber viele Studien zeigen, dass niemand von den
> Manipulationsversuchen des Marketing wirklich frei ist.

Da stimme ich dir zu.


> > Besitzt du ein Produkt, von dem du sagen kannst, dass
> > du es einem "uncooleren" vorgezogen hast? 

> wie gesagt: vermutlich alle. Wenn ich tanke ist mir coolness
> allerdings egal, da muss es billig sein.

s.o. Tanken übt bereits heute einen (monetären) Zwang auf dich aus;
viele andere Dinge werden das selbe im Laufe deines Lebens tun.

Coolness ist für die Werbeindustrie nur in einem bestimmten [sehr
jungen] Segment *wirklich* relevant; versuch' mal einen Anleger im
fortgeschrittenen Alter von coolen Geldanleihen zu überzeugen - der
zeigt dir dezent den Vogel. Für Smartphones und Lifestyle-Tablets
(vgl. Käuferschicht - v.a. in Bezug aufs Alter!) sicherlich ein
relevanter Verkaufsfaktor, keine Frage. 
Für Business-Werkzeuge eher nicht. "Chef, die 3.500 avisierten
Tablets kosten doppelt so viel wie gedacht - sind aber sehr, sehr
cool!" - du glaubst nicht wirklich, das das so im realen Leben
abläuft?