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News-Meldung vom 08.05.2009 19:20

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Zweites Lesegerät für E-Books im EPUB-Format

Die Verlagsgruppe Weltbild bietet ein E-Book-Lesegerät an und sorgt in Kooperation mit dem Online-Händler Ciando für Lesestoff: 30.000 Bücher soll das Angebot umfassen. Das Lesegerät unterstützt als zweites auf dem deutschen Markt das DRM-geschützte Format EPUB, das erstmals auf der Buchmesse vorgestellt wurde: Dort läuteten Sonys Lesegerät PRS-505 und das Bücherangebot von Libri und Thalia das E-Book-Zeitalter in Deutschland ein. Mit 269 Euro unterbietet Weltbild das Sony-Angebot um 30 Euro.

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E-Ink-Displays haben keine eigene Beleuchtung, benötigen also wie ein echtes Buch Umgebungslicht. Vergrößern
Bild: Weltbild
Das Lesegerät ist ein alter Bekannter, und zwar handelt es sich um das Cybook Gen 3 von Bookeen, der schon länger für etwa 280 Euro erhältlich ist. Es offenbart ähnliche Eigenschaften wie der Sony-Reader: Es hat ein E-Ink-Display mit 6 Zoll Diagonale (etwa DIN-A6), das nur beim Umblättern Strom benötigt und vier Graustufen anzeigt, keine Farben. Der Speicher von 512 MByte reicht für etwa 1000 Bücher und ist per SD-Slot erweiterbar. Die Kopplung an den PC geschieht per USB 2.0. Das Cybook ist 12 cm × 19 cm groß, 8,5 mm dick und wiegt 174 Gramm. Bisher kannte das Gerät nur den DRM-Standard Mobipocket, Adobes EPUB aber explizit nicht – die von Weltbild vertriebene Version entspricht also nicht Bookeens sonst verkaufter. Noch einen Unterschied gibt es: Das neue Cybook kennt Mobipocket nicht mehr. Laut Weltbild soll Bookeen aber eine kostenlose Möglichkeit anbieten, Mobipocket-Bücher zu lesen. Ob es sich dabei um eine Konvertierung der gekauften Bücher in EPUB handelt, um eine Zusatzsoftware oder um einen Downgrade auf die aktuelle Firmware (so dass möglicherweise die EPUB-Unterstützung verschwindet), ist noch unklar.

Der Lesestoff von Weltbild und Ciando umfasst hauptsächlich Sachbücher aus vielen Bereichen, viele namhafte Verlage wie Addison-Wesley, C.H. Beck, Campus, Carl Hanser, Springer, Vogel – und auch Heise – sind vertreten. Belletristik kommt etwas kurz, aber von der Spiegel-Bestsellerliste waren immerhin neun der ersten 25 Plätze vertreten. Die Preise richten sich nach der Hardcover-Ausgabe – und damit kosten die E-Books rund doppelt so viel wie eine Taschenbuchausgabe, falls vorhanden.

Damit scheint die Strategie der deutschen Buchhändler und Verlage aufzugehen, sich das E-Book-Geschäft anders als in den USA nicht durch ein proprietäres Format von einem Händler bestimmen zu lassen, sondern auf ein offeneres Format zu setzen, bei dem der Anwender zwischen den Lesegeräten mehrerer Hersteller und zwischen den Shops mehrerer Händler wählen kann. Das Bücherangebot von Libri/Thalia und Weltbild/Ciando ergänzt sich auf den ersten Blick gut, aber so langsam benötigt man eine Suchmaschine, die alle E-Book-Shops abklappert und auch die verschiedenen gedruckten Ausgaben mit einbezieht. In den USA ist hingegen der Online-Buchhändler Amazon mit eigenen Geräten vorgeprescht – dem Kindle, von dem gestern erst eine größere Version erschienen ist – und bestimmt nun die Konditionen: Kunden müssen bei Amazon Gerät und Bücher kaufen, die Verlage müssen über Amazon vertreiben. Immerhin baut sich etwas Widerstand auf, so wollen möglicherweise einige US-Tageszeitungen eigene Reader anbieten, und der größte amerikanische Buchhändler Barnes & Noble hat sich E-Book-Know-How eingekauft.

Ein ausführlicher Test des Sony-Readers samt erstem Blick ins Online-Angebot von Libri, zusammen mit einer Übersicht über weitere E-Ink-Lesegeräte (ohne EPUB) und Quellen für nicht DRM-geschütztes Lesematerial, findet sich in c't 8/09. (Jörg Wirtgen) / (jow)

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