Wer im LAN Verzeichnisse ohnehin per NFSv3 an andere Rechner exportiert und dabei auf Kerberos verzichtet, kann gleich aus mehreren Gründen auf NFSv4 umsteigen: NFSv4 schafft das Wirrwarr der bisherigen Teilprotokolle ab. Sämtliche Funktionen für den Datenzugriff laufen über einen einzigen TCP-Port, was sich leicht mit Firewalls überwachen lässt. Im Unterschied zu NFSv3 ist es nicht zustandslos: Server und Client informieren sich gegenseitig über ihre Aktionen. Hängende Prozesse oder kaputte Daten, wie sie noch unter NFSv3 auftreten konnten, gehören damit der Vergangenheit an. Für einen Wechsel sprechen zusätzlich die flexiblere Einrichtung und die vereinfachte Wartung.
Yast richtet unter OpenSuse Freigaben für NFSv3 und NFSv4 ein, doch gibt sich das GUI dabei recht kryptisch.
Die neuen NFSv4-Sicherheitsfunktionen verlangen hingegen eine zusätzliche Kerberos-Infrastruktur und teilweise noch weitere Dienste. Den aktuellen Linux-Distributionen fehlen für deren oft komplizierte Einrichtung jedoch geeignete Hilfsmittel oder fertige Pakete, die passende Vorgaben setzen oder bei der Fehlersuche helfen. Eine vollständige NFSv4-Einrichtung samt sicherer Authentifizierung und Verschlüsselung über Kerberos benötigt daher reichlich Handarbeit, die unter Linux schnell in einer Sackgasse enden kann. Mehr Erfolg im Produktionseinsatz versprechen Solaris 10 oder OpenSolaris, die eine ausgereifte NFSv4-Implementierung samt Kerberos-Unterstützung mitbringen.
Ein weiteres Problem stellen die NFSv4-Clients dar, die unter Windows und Mac OS X entweder kostenpflichtig oder nur als Quelltext vorliegen. Wer sicher und unkompliziert Daten zwischen Windows, Mac OS X und Linux tauschen will, dem stellt der NFS-Konkurrent Samba momentan weniger Stolperfallen in den Weg. SMB/CIFS läuft auf unterschiedlichen Betriebssystemen und beherrscht selbst in der Minimaleinrichtung die sichere Benutzeranmeldung. (rek)
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