Seit WLANs mit Mehrantennentechnik auf Anwendungsebene so schnell wie Fast Ethernet übers Kabel sind, reicht die Datenrate auch für drahtlose Übertragung von High-Definition-Video. Damit es bei parallelen Downloads keine Ruckler gibt, regelt die QoS-Erweiterung 802.11e den Zugriff auf den Funkkanal.
WLAN-Adapter bekommt man heute für kleines Geld: Ein USB-Stöpsel für den noch aktuellen, brutto 54 MBit/s schnellen Standard 802.11g kostet im Frühjahr 2008 nicht mal 15 Euro. Deutlich schnellere Adapter nach der neuen WLAN-Technik 802.11n (bis zu 300 MBit/s brutto) sind auch schon für rund 40 Euro zu haben. Zwar reicht auch das langsamere 802.11g zum Sofa-Surfen mit DSL-Geschwindigkeit locker aus, aber Ernüchterung macht sich breit, wenn man das WLAN als Ersatz für ein Fast-Ethernet-LAN betreiben will und beispielsweise Backups darüber laufen lässt. HDTV geht, wenn überhaupt, nur mit hoher Ruckelgefahr.
Beim WLAN fällt der Netto-Durchsatz, also das, was man auf Anwendungsebene bekommt, deutlich niedriger aus als die in der Werbung herausgestellten Brutto-Datenraten. 11g und 11a (54 MBit/s brutto im 5-GHz-Band) schaffen bei guter Funkverbindung 25 bis 30 MBit/s, also grob die Hälfte. Natürlich sind sich die Hersteller dieses Nachteils bewusst. Deshalb nahm das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) nach den Standards 802.11a und 11g mit 802.11n gleich die nächste Stufe in Angriff. Dabei steigt die Datenrate auf mindestens 100 MBit/s, wobei das IEEE die Geschwindigkeitsangabe erstmals auf die IP-Ebene bezieht, also das, was der Anwender letztlich spürt. Doch die IEEE-Empfehlung, die ehrlichere Nettodatenrate zu nennen, ignorieren die WLAN-Hersteller geflissentlich und geben auch für ihre 802.11n-Produkte lieber die werbewirksamere Brutto-Geschwindigkeit auf dem Funkkanal an.
Die WLAN-Verbesserungen enden aber nicht bei mehr Bandbreite. Vielmehr benötigen immer mehr Anwendungen eine hohe Dienstgüte (Quality of Service, QoS). Beispiele für solche Anwendungen sind Voice over IP (VoIP, bei Funknetzen auch VoWLAN), also das Telefonieren über Datennetzwerke, oder Audio- und Videostreaming. Hierbei soll das Netz von selbst dafür sorgen, dass der Datenfluss nicht stockt. Denn ein Telefonat über ein Funknetzwerk stellt ganz andere Anforderungen als ein FTP-Download. Für den wünscht man sich eine möglichst große Bandbreite, damit der Download schnell erledigt ist.
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