9. Februar 2013 14:59

Re: Wissenschaftler findet Heilung für alle Krankheiten - Ärzte laufen Sturm

> Parodontitis seit Jahren im Griff? Dieses Oxymoron kannte ich noch
> nicht.

Dies ist überhaupt nicht widersprüchlich! Es handelt sich um einen
chronischen Zustand. Bei einer fortgeschrittenen Paradontitis hat man
es mit einer irreversiblen, dauerhaften Schädigung des
Zahnhalteapparates zu tun. 

Früher, in den 80er Jahren als ich damit zu tun bekam, wurde das
Problem Paradontitis von Zahnärzen nicht so beachtet. Auch heute,
stellt ein Zahnarzt oft nur eine akute Paradontitis fest, weil es zu
auffälligen Blutungen an Entzündungsherden kommt. Die Taschenbildung
und Plaquebefall können ansonsten nur durch direkte Untersuchung
mittels einer Sonde (ist ein hakenförmiges Metallinstrument, kein
Hightec-Equipment) festgestellt werden.

Man kann zwar akute Entzündungen und eine weitere Verschlimmerung
verhindern, braucht dazu aber die Hilfe eines Zahnarztes, der die
Zahnfleischtaschen je nach Vorschädigung in regelmäßigen Abständen
von der Plaquebildung befreit, weil man auch durch gründlichstes
Putzen dort nicht herankommt. Das ist wesentlich unbedenklicher und
sinnvoller als ein regelmäßiger Einsatz von Antibiotika die ja
ebenfalls keine Regeneration mehr bewirken können.

Es ist leider so, dass diese Behandlung nur dann von der Kasse
bezahlt wird, wenn ein Kostenplan eingereicht und die medizinische
Notwendigkeit festgestellt wird.

Hier haben wir schon eher ein Oximoron:
Damit dies genehmigt wird, kommt erst ein Verwaltungsapparat in Gang.
Der fordert in der Regel ein Gutachten von einem (in Bayern) KVB
Zahnarzt. Der wiederum nimmt eine quälende Untersuchung vor, indem er
mit o.g. Sonde auf schmerzhafte Weise in die Vertiefungen vordringt
um diese zu vermessen. Dann wird stets wegen dieses Verwaltungsaktes
ein Röntgenfoto angefordert, das medizinisch nicht notwendig ist.
Am Ende kommen durch dieses Verfahren Kosten und Unannehmlichkeiten
zustande, mit denen man die Behandlung zwar fast vollständig
finanzieren hätte können jedoch die meisten Patienten damit
abschreckt. Bei mir wurde dies bis auf eine Ausnahme, immer
genehmigt. Auch bei dieser Ausnahme hatte ich nach einem Widerspruch,
eine Kostenübernahme erreicht. Das heißt dann, in solchen Fällen, wie
bei mir kann es zu einer Verdopplung oder bei einem Widerspruch sogar
Vervielfachung der Gesamtkosten kommen. 
Geht man davon aus, dass diese Behandlung je nach Fall so ca. zw. 200
- 400 Euro liegt und die medizinische Notwendigkeit in den meisten
Fällen gegeben ist, kann man bei dem Verwaltungsakt von einem
Oximoron sprechen, weil dessen Kosten dazu führen die Gesamtkosten
für die Kasse in die Höhe zu treiben. 

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