7. Mai 2012 15:39

Der ideale Konsument - Re: "Früher hat das TV-Programm den Tag gestaltet...

Desian schrieb am 7. Mai 2012 14:30

> ...und seit über 10 Jahren bin ich clean und gestallte meinen Tag
> selbst.
> Und so bring ich es auch meinen Kindern bei, in der Hoffnung, dass
> dies einer meiner Beiträge zu einer besseren Gesellschaft ist.

Unsere Kinder kucken immerhin eine Stunde am Tag
(das Kinderprogramm von 18 Uhr bis zum Sandmännchen)
und haben kein Problem damit, obwohl ihre Freunde
alle sehr viel mehr kucken (und unserer Meinung
nach auch nicht altersgerechte Sendungen zu einer
Zeit, wo sie sowieso längst schlafen sollten).

Wenn ich anderen Eltern das erzähle, sind sie meist
überrascht bis ungläubig. Manche halten uns dann
schon für "etwas seltsam". Bei denen fällt das
schon in die Kategorie "Fernsehverbot".

In meiner Kindheit waren nachmittags die Straßen 
voller spielender Kinder. Wenn ich heute mit den
Kindern durch die Stadt oder übers Feld laufe,
sehen wir überwiegend Erwachsene. Die Kinder 
sitzen zuhause und kucken fern, spielen Konsole
oder werden von den Eltern per Auto in Museen
oder Vergügungsparks gefahren. Auch gemalt oder
gespielt wird viel weniger. Selbstgebastelte Burgen
rufen regelmäßig Stirnrunzeln hervor, alle anderen
haben fertige und sauteure Burgen von Playmobil
oder Lego. Dabei ist der Spaß beim Planen, Basteln,
Ausschneiden, Bauen und Aufstellen der unterhaltsamste 
Teil des ganzen Spielzyklus. Allerdings sind unsere
Kinder daurch schlechtere Konsumenten: Statt nach
und nach alle Lego- oder Playmobilsets bauen sie 
aus Papier und Klorollen oder aus den Legogrund-
bausteinen immer wieder neue Sachen zusammen.

Bin mal gespannt, wann es losgeht, dass unser
Ältester nach Sendungen fragt, die ihm andere
als sehenswert empfohlen haben...

Ulriko

PS: Wir haben unseren Fernseher erst gekauft, 
als unser älteres Kind drei war, weil meine Frau 
Angst hatte, es könne im Kindergarten dann nicht
"mitreden"...


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