15. Februar 2013 15:59

Lange?

glattzieher schrieb am 15. Februar 2013 12:00

> 2012 DA14 beobachten die Forscher seit langem aus gigantischer
> Entfernung. Man weiß recht genau, wie groß er ist und wo er lang
> fliegt.

Wie der Name des Brockens schon verrät, wurde er im vergangenen Jahr
entdeckt. Das ist nicht lange her.

Die gigantische Entfernung, in der er entdeckt wurde, ist in
astronomischen Skalen (bezogen auf das Sonnensystem) eher Vorgarten
bzw. Balkon, sprich in unmittelbarer Erdnähe.

> Der von heute morgen war natürlich viel kleiner (10 Tonnen), aber
> hätte man den nicht wenigstens Stunden vorher sehen können?

Dazu bräuchte man ein entsprechendes Beobachtungsprogramm. Und da
stellt sich bei dieser Art Brocken die Frage nach Kosten und Nutzen.
Denn so ein Programm ist ziemlich teuer. Großteleskope,
Radioastronomie, das geht locker in die Milliarden. Und da wäre dann
ja noch nichts abgewehrt.

Wieviel Sachschaden richtete denn das Ding an? Und hätte eine frühere
Kenntnis irgendetwas genutzt? 

Die Erde hat eine Oberfläche von 510 Millionen Quadratkilometern. 360
Millionen davon sind Ozean. Es bleiben 150 Millionen qkm Land. Dazu
zählt aber auch die Antarktis, die Sahara oder das Hochland von
Tibet. Gegenden, die weitgehend unbewohnt sind.

Wenn wir dann alles zusammenzählen, stellen wir fest, dass etwa 90%
der Oberfläche dieses Planeten als weitgehend unbewohnt und als frei
von Infrastrukturanlagen zu gelten haben.

D.h. wenn ein Meteorschauer niedergeht, so tut er dies zu 90%
Wahrscheinlichkeit über extrem dünn besiedeltem Gebiet.

Lohnt also der Aufwand, zumal man bei den kleinen Brocken eh nichts
dagegen machen kann/wird, weil der Aufwand sich nicht rechnet?

In der Türkei, einem klassischen Erdbebengebiet, wird nicht
erdbebensicher gebaut. Wenn das die Erde auch nur mit 5,5 auf der
Magnitudenskala sich  dort räuspert, gibt es gleich ein paar Tausend
Tote. Bei Neapel wird munter auf dem Vesuv gebaut. Die
Wahrscheinlichkeit, dass der binnen der nächsten 100 Jahre wieder
explodiert dürfte ein Vielfaches höher liegen als der Niedergang
eines Meteorschauers über Italien von der Art wie jetzt über
Russland. 


Anzeige

heise online Themen