29. Dezember 2012 01:45

Noch einmal für einen recht rechts Begriffsstutzigen

> > > »Als überzeugter Kommunist [...] wuchs [Klaus selbstverständlich ganz
> > > zwingend] im Arbeitermilieu heran.
> > 
> > Nein, er wurde im Arbeitermilieu groß und daher Kommunist.

> Genau darauf ziele ich ab: dieses "daher" ist kein logischer
> Zusammenhang, sondern ein folkloristischer. 

Wollen wir uns über die soziale Zusammensetzung die KPD unterhalten,
oder über die diese Schichten, die diese gewählt hat?

Worauf willst du hinaus?

Denn du unterstellst permanent ohne weitere Belege Dinge, von denen
du andeutest, du hättest Kenntnisse, was ich bei dir rundweg
bestreite. 

> > Ich versuche dich einmal zu übersetzen: Arbeiter haben gefälligst
> > niemals die Möglichkeit gehabt zu haben ein Studium anzutreten?

> Nein, daß man kein vollwertiger Mensch ist, wenn man nie eine Uni von
> innen gesehen hat, ist SPD-Folklore. Ich habe lediglich gesagt, daß
> damals für ein Arbeiterkind äußerst ungewöhlich war, sich ein Studium
> finanzieren zu können. 

1. Mein Großvater hat in den zwanzigern studiert und kommt aus einer
Arbeiterfamilie - nur mal so am Rande gefragt: Was heißt das jetzt?
War er damit Kommunist, Nazi, oder welches Schweinderl hättest du
gerne?

2. Dass sozialer Aufstieg über Bildung organisiert wird ist keine
Erfindung der SPD und inzwischen Allgemeingut.

Wieso kritisiert die OECD das deutsche Bildungssystem, weil es
offensichtlich einen Zusammenhang zwischen sozialer Lage und
Bildungserfolg gibt?
Aus Spaß?
Weil da nur Kommunisten in der OECD sind?

> > Er hatte ein 1er-Abitur und auch damals gab es schon Begabten
> > Stipendien.

> Nur, daß man damals ein Abitur nur an einer höheren Schule erwerben
> konnte, an der sich damals weder ein Arbeitermilleu tummelte noch
> eine Umerziehung zum Proletarier vornehmstes Bildungsziel war.

Das Schulsystem, in dem man Bildung erwirbt kann man sich nicht
aussuchen.

Nur ist es ziemlich klar, dass ein Studium ohne Zugangsberechtigung
nicht aufgenommen werden kann.
Es ist offensichtlich, diese Berechtigung ist gatekeeper für den
weiteren Lebenslauf.

Und jetzt?

> > > Und ich wette, für das "schwer gefoltert" gibt es keinerlei Belege.
> > 
> > Welche Belege akzeptierst du denn?

> Die Nazis sind doch bekannt dafür, über alle Schandtaten minuziös
> Buch geführt zu haben, nicht wahr?

Oh nein, einige Dinge wie: "Haben heute mal wieder jüdische
Kommunisten zusammengeschlagen und zwar doppelt so stark wie ordinäre
Kommunisten." findest du in keinem Tagebuch.

Du kannst es aber nachlesen bei Egon Erwin Kisch.

> > Geht es noch?

> Wow, was für ein schlagendes Argument!

Nun, bisher hattest du keine einziges Argument geliefert.
Du arbeitest mit Andeutungen, Unterstellungen und Halbwahrheiten ohne
jedwede Belege.

> > Ja, so waren die Lager strukturiert.
> > Kommunisten bekamen immer die Führungsaufgaben in den KZs - schreib
> > mal einen Beitrag darüber.

> Jepp. Man salbadert aber lieber übers Arbeitermillieu, statt über die
> Führungspositionen.

Du meinst also, aus dem Arbeitermilieu ergäben sich automatisch
Führungspositionen in einem KZ?

Es ist lustig, das du deine Folklore nicht wenigstens mit ein paar
Girlanden ausschmückst. Schwarz, Weiß und Rot nehme ich an?  

> > Die ersten ca. 70 Lager waren ausschließlich für die politischen
> > Gegner der Nazis vorgesehen und das waren Kommunisten und
> > Sozialdemokraten.
> > Das KZ Dachau wurde explizit für diese Gegner gegründet. 

> Ach, ob das die politischen Gegner oder die politischen Wegbereiter
> waren .. spielt doch mal wieder gar keine Rolle.

Ahhhhhhhh, das sind ja die Girlanden!

Ob also Nazis in den KZs saßen oder Kommunisten und Sozialdemokraten
spielt doch gar keine Rolle?!

"Drinnen" oder "draußen" sind Dinge, die man bei einem KZ leicht
verwechseln kann.
Zumindest VOR der Sendung der entsprechenden Folge "Sesamstraße".

> Der 'politische
> Gegner' der Nazis war die SA, oder doch nicht?

Ja, so kann man das sehen.
Zumindest, wenn man eine solide rechte Weltanschauung hat.

Es wird der Tag kommen, an dem der einfache SA-Mann als Verfolgter
des Nazi-Regimes durchgehen wird.
Wenn der Regen nach oben fällt zum Beispiel. 

> Wie auch immer: Das
> war meinerseits eine Hypothese, die auf eine a priori Argumentation
> aufsetzt. Keine Behauptung.

Eine Hypothese kann man aufstellen.
Sollte man allerdings durch eine belegbare Argumentation stützen.
Davon haben ich bei dir nichts bemerkt.

Was du mir präsentierst sind Unterstellungen, die sich auf der
Grundlage von Andeutungen in Spekulationen ergehen.

Und eigentlich zeigst du damit nur eine straff rechtsradikale
Weltsicht.
Die erkennbar nur funktioniert, wenn Fakten keine Rolle spielen.

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