16. Dezember 2012 06:23

Re: Au Mann, BWL für Anfänger

> serdna_ schrieb am 16. Dezember 2012 01:22

> Für die technisch wenig versierten GEMA Deppen ist das ein Aufwand
> ja, aber nicht für Profis. Dafür setzt man heutzutage IT ein. 

Du, die GEMA arbeitet komplett ehrenamtlich. Schick ihnen doch mal
eine berittene Depesche um mitzuteilen, dass es heute auch IT gibt.
Die freuen sich sicher über deinen Hinweis - oder sie lachen dich
aus...

> Und wenn ein Bauernhof, den Fall hatten wir hier, ein Konzert
> veranstaltet, zahlt er auch die Beschallung der Schafe und der
> Erdbeerfelder. Mann, Mann, Mann, wie kann nach 10 Jahren, in der die
> Diskussion schon läuft, so wenig Ahnung haben. 

Wieviele Ausnahmen brauchen denn die Abrechnungsregeln der GEMA,
damit sie auch deine Liste von Ausnahme- und Härtefällen noch
angemessen berücksichtigen? Wäre dann wohl erstens jenseits aller
praktischen Realisierbarkeit und zweites würde es am Grundsatz, des
Zahlens bei Verwertung, immer noch nichts ändern.

> > Die Idee, den Zulieferer nicht gemäß seines Preises zu bezahlen,
> > sondern nur mit einem Anteil vom eigenen Gewinn ist wirtschaftlicher
> > Unsinn und findet nirgendwo statt.

> Au Mann, es ist grauenfaht. Google mal Deckungsbeitragsrechnung. DIE
> FINDET ÜBERALL statt. Hast du eigentlich noch nie gearbeitet?

Sorry, ich habe mich hier ziemlich zurückgehalten, weil dein
Vorschlag (die GEMA-Abgabe am tatsächlichen Gewinn einer
Veranstaltung anzupassen) an Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist.
Bei der Steuererklärung gegenüber dem Staat muss man seine Gewinne
offenlegen, sicherlich jedoch nicht im Geschäftsleben gegenüber einem
Lieferanten oder einer VG. Das ist wohl auch jedem klar, der nicht
Wirtschaft studiert hat. Vergiss diese Idee daher am besten.

> Google mal Max Planck Institut, verwaiste Werke, da wird das Problem
> wissenschaftlich abgehandelt, die GEMA Vermutung ist ein Teil des
> Problems. Ein Forum kann nicht unbegrenzt Nachhilfe leisten, ein
> gewisser Kenntnisstand muss vorhanden sein. 

Habe nach "Max-Planck-Institut" und "verwaiste Werke" gegooglet und
finde dabei eine Stellungnahme zu einem Gesetzesvorschlag zum Thema
verwaiste Werke. Ist mir inhaltlich weitgehend vertraut, hatte
bereits Zeitungsartikel darüber gelesen, allerdings mit geringem
Interesse, das verwaiste Werke eine Randerscheinung sind. In dem
ganzen Artikel ist allerdings an keiner Stelle von GEMA oder
überhaupt von Musik die Rede, es geht um die Digitalisierung von
Bibliotheken (also Büchern!). Hast du hier was durcheinander
geworfen?

Habe dann den Begriff "GEMA" ergänzt und stoße dabei direkt auf eine
Webseite, die du vermutlich selbst geschrieben hast. Dort ist die
Rede von verwaister Musik aus dem spanisch-sprechenden Raum. ich
glaube ich ahne jetzt ein paar Zusammenhänge...

Wenn du in Deutschland ein Konzert veranstalten würdest, auf dem
ausschließlich verwaiste Werke aus dem spanischen Sprachraum
aufgeführt werden, dann schaffst du natürlich einen Präzendenzfall.
Allerdings einen sehr unbedeutenden. Die GEMA wird das Geld vom
Veranstalter kassieren und an die zuständigen VGs im spanischen
Sprachraum weitergeben. Dort kann es natürlich nicht zugeordnet
werden und fällt somit entweder in den allgemeinen Ausschüttungstopf,
oder es wird als Rücklage gehortet. Genaueres kann dir die dafür
zuständige VG mitteilen. Ich vermute mal, du empfindest genau diesen
Vorgang als unerhört. 

Wolltest du mir das etwa sagen? Ist das wirklich dein Ernst?? Ist das
das Zentrum deiner GEMA-Kritik???

So sichtig schlecht sieht die GEMA sogar in diesem, extrem
konstruierten Fall nicht aus, sie verhält sich ja vollkommen korrekt.
Schlimmstenfalls wird das Geld eben mit der allgemeinen Ausschüttung
verrechnet. Warum beschwerst du dich nicht über die, in dem
entsprechenden spanischsprachigen Land tatsächlich zuständigen VG,
dass ihre Datenbank nicht aktuell ist?

> IT für dich ein Begriff? 

Oh Mann, sorry, wenn ich dir meinen Beruf und meinen
Ausbildungsabschluss mitteile, mache ich dich lächerlich. Unterlass
am besten Mutmaßungen, für die du nicht die geringste Wissensbasis
hast, und die einfach nur vollkommen in die Irre laufen.

> Genau wie heute reichen die Discos ein, in eine Datenbank. 

Schön wärs. Laut GEMA werden nur ca. 40% der Aufführungen mit einer
Setlist belegt. Von den Discotheken gibt es meist überhaupt keine.
Die Nutzung der Datenbank hat sich auch noch nicht bei allen
Veranstaltern rumgesprochen.

> Stichprobenartig kontrolliert der Zoll, genau wie
> heute GEMA

Habe ich - wie gesagt - nichts dagegen, auch nicht, dass eine
staatliche Behörde die Aufgabe übernimmt. Das Ergebnis bleibt das
Gleiche. Wäre deinem persönlichen Hass auf die GEMA damit Genugtuung
verschafft?

> was ein Schwachsinn. Die Bewertung nimmt immer noch der Markt vor.
> Für GEnies halten sich viele, kommen aber oft mit der Realität in
> Konflikt. 

Wenn du meinst, dass die Leute per Kaufentscheidung über den "Wert"
des bevorzugten Komponisten entscheiden - ja. Aber auch die GEMA
stuft Werke gemäß musikalische Komplexität (grob in U- und E-Musik)
ein und bemisst daran (+ Anzahl der Aufführungen natürlich) die
Ausschüttungssumme für den einzelnen Komponisten. Wenn du diese Info
für "Schwachsinn" hälst, bitte nicht erschrecken: das ist die
Realität!

> Au Mann. Du bist ein hoffnungsloser FAlle. Der Veranstalter
> interessiert sich für die Gesamtkosten, wie die sich zusammensetzen,
> ist völlig egal. 

Nehmen wir als Beispiel eine Discothek. Die Gesamtkosten bestehen aus
Raumkosten, Getränke, Personal und GEMA. Am wenigsten kostet hierbei
die GEMA. Dafür erhält er aber das Kernelement seines Geschäfts: die
Musik.

Die von dir angesprochene Praxis existiert wohl in einigen Bereichen,
aber eher in Nischen. Wie du siehst trifft nichts davon auf eine ganz
normale Discothek zu. Weiter unten schreibst du selbst, "es ist nicht
die Aufgabe der GEMA irgendwelche Hungerleider zu subventionieren".
Wenn du schon so einen Jargon anstimmst, dann kannst du ihn auf dein
Beispiel am treffendsten selbst anwenden.

> Du hast einfach noch nie gearbeitet. 

Sorry, aber anhand deiner rowdyhaften Sprache schätze ich dich
erheblich jünger ein als mich. Muss daher bei dieser Bemerkung immer
wieder schmunzeln.

> Die ist offensichtlich, denn du hast keine Ahnung, wie in der
> Wirtschaft kalkuliert. Google mal kaufmännisches Rechnungswesen.

Ups, jetzt wirds langweilig und auch ziemlich doof. Geh mal davon
aus, dass du dich auch hier wieder ziemlich gründlich irrst.

> Ich sag nur noch hoffnungslos. Du kannst einer längeren
> Argumentationskette einfach nicht folgen. Mein System läuft nicht auf
> Pauschalierung hinaus, sondern auf präzise, transparente Abrechnung

Dazu brauchst du erstmal präzise Daten der Veranstalter. Die gehen
aber mit der jüngsten Petition gerade polemisch auf die Barrikaden,
weil sie keine Lust haben, eine Setlist auszufüllen. Die Schuld, dass
die GEMA-Abrechnungen nicht präziser erfolgen können haben eindeutig
und ausschließlich die Veranstalter, weil sie die dazu erfordelichen
Daten nicht liefern.

Die GEMA-Tarife selbst sind alle öffentlich (was auch per Gesetz
vorgeschrieben ist) und somit vollkommen transparent.

> Dann hast du eben wieder keine Ahnung. Veranstalte mal deine Konzerte
> für "ernste Musik", zeig mal was du wirklich kannst, berichte darüber
> und dann unterhalten wir uns wieder. 

Wird hier sehr regelmäßig aufgeführt, wie andernorts auch. Brauche
dir dazu sicherlich nichts zu beweisen.

> Und nein, es ist nicht die Aufgabe der GEMA irgendwelche Hungerleider
> zu subventionieren, die mit dem Leben nicht klar kommen. So wie du 

Ich kann nachvollziehen, dass du dich hilflos fühlst, wenn dir die
Argumente ausgehen. Das ist aber keine Entschuldigung dafür frech zu
werden.

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