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3. Februar 2013 17:42

Re: Bislang fehlen Anreize für den Verbraucher, seine gebrauchten Geräte wieder

Auch das ist doch unsinnig.
Wenn die Hardware zu sehr veraltet ist oder der Platz ausgeht, wird
das Zeugs schon weggeworfen. Ganz ohne Pfand. Und da man
Elektrogeräte inzwischen angemessen entsorgen muss, passiert das zwar
seltener aber dann eher in größeren Mengen.

Solange aber der Elektroschrott dann nach Afrika exportiert wird, ist
das vollkommen irrelevant. Hier geht es nicht darum, dass man
unbedingt sofort wieder an die Rohstoffe herankommen muss, weil man
sonst nicht produzieren kann.

Über Wege wie Pfand oder noch besser Vorschrift für Mietmodelle
(Eplus/Base lässt grüßen) kann man den dummen Verbraucher zwingen,
sich alle zwei Jahre ein neues Gerät zu kaufen. Am besten sind
Geschäftsmodelle, bei denen der Verbraucher pro Monat 10-50€
zusätzlich für das Gerät zahlen muss, denn damit ist er berechenbar
und bestellt sich das Gerät nicht irgendwo im Internet.
Und schon gar nicht sollten Altgeräte weitergegeben werden. Wie, ein
2,5 Jahre altes Galaxy S i9000 ist noch so gut wie ein 230€-Modell?
Dann bedroht es doch den Absatz in der Mittelklasse. Bei einer
Familie (2 Erwachsene, 2 Kinder) kann man so eventuell nur ein neues
Gerät alle 2 Jahre absetzen, statt vier Stück...

Bei Computerspielen hat man mit Steam & Co erfolgreich den
Weiterverkauf ausgehebelt. Zwar gibt es den Erschöpfungsgrundsatz,
aber bisher gibt es da zu wenig Rechte für die Konsumenten.
Jetzt will sich halt die Hardwarebranche auch ihre Pfünde sichern. Da
man sich den Gewinn schlecht per Gesetz direkt sichern lassen kann,
nimmt man halt diese Umwege.

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