25. November 2012 02:39

Re: Das Argument sollte doch nicht "Aufrüstbarkeit" sondern "Modularität" sein

ozh schrieb am 25. November 2012 02:21

> Alle paar Jahre gibt es ein neues Iphone und alle paar Jahre bilden
> sich zum Start weltweit Schlangen an den Geschäften. Das iPhone und
> Konsorten Zeug geht weg wie warme Semmeln. Handys haben sich als
> Wegwerfartikel etabliert - jedes Jahr kommen hunderte von Millionen
> dazu.

Die Verkaufsraten werden aber irgendwann stagnieren, d.h. nicht mehr
weiter ansteigen. Deswegen funktioniert geplante Obsoleszenz nicht
als Wachstumsmotor. Wachstum bedeutet nämlich steigende
Verkaufsraten, was aber bedeutet dass innerhalb eines Zeitrahmens
immer mehr Menschen ein Produkt kaufen, oder dass die Zyklen sich
verkürzen.

Beidem sind aber Grenzen gesetzt, nämlich das Gehalt und die minimale
Zeitdauer die von einem Gerät erwartet wird tauglich zu sein. Und
weniger als 6 Monate sind tatsächlich nicht zumutbar. Wozu das führt
haben wir ja bei den Knochen-Handys gesehen. Irgendwann hatte jeder
eines davon, aber niemand wollte öfters als 1x im Jahr sich ein neues
Kaufen. Die Hersteller deren Geräte als unzuverlässig verschrien
waren wurden fortan gemieden. Bye-Bye Siemens nachdem deren Handys
ständig Probleme machten. Sony-Ericsson hat mit klassichen Handys
auch nie richtig die Kurve bekommen. Jetzt mit den
Android-Smartphones sieht das ein wenig anders aus.

> Und gerade eben weil Tablets und Smartphones verglichen mit PCs
> leistungstechnische Krücken sind, reißen die Leute sich um jede neue
> (leistungsgesteigerte) Version.

Und ab irgendeiner Version sind alle Kinderkrankheiten behoben und
die Dinger leistungsfähig genug, dass der Wunsch nach
Leistungssteigerungen verfliegt. Und ich würde sagen, diesen Punkt
haben wir ziemlich genau jetzt erreicht. Das Nexus 7 oder 10 ist das
erste Tablett das ich sogar als interessant für mich ansehe, einfach
weil es endlich die Leistung bringt die ich erwarte. Andererseits
kann ich mit Tabletts an sich wenig anfangen, ausser zu konsumieren.

> Die Smartphones sind das, was der PC mal war: sauteuer und dennoch
> nach wenigen Jahren obsolet. 

Smartphones der gehobenen Klasse. In 9 Monaten sind die jetzigen
Topmodelle nur noch Mittelklasse. Aber das wird zwangsläufig
stagnieren. Ich sehe vor allem beim Display noch
Steigerungsmöglichkeiten. Aber sobald mal bei allen Geräten >200DPI
erreicht sind ist auch hier keine subjektive Verbesserung mehr
möglich. Und Kaufentscheidungen erfolgen rein subjektiv. Den Speicher
wird man noch in zukünftigen Geräten aufmotzen, aber das ist keine
wesentliche technische Neuerung. Und ab LTE ist auch das Internet
mobil schnell genug für alle Anwendungen. Wo will man da noch was
steigern?

Anzeige

heise online Themen