12. Januar 2013 01:31

Re: Das ist schade

TheArtist schrieb am 12. Januar 2013 00:02

> Ich hab die 14 Jahre die ich Vollzeit als Vorführer gearbeitet habe
> auch sehr genossen.

> Wir hatten mehrere Spielstätten ein altes Haus aus den 50ern mit
> guten Bauer B12 Machinen. und in den anderen Kinos FP30.

Jup, hier auch FP30.

> Habe die Einführung von DTS erlebt, spannend damals und am liebsten
> habe ich Filmwochen vorgeführt in denen täglich mehrere Filme in eiem
> Saal liefen und nicht alles auf Tellern vorbereitet werden konnte. Da
> konnte ich dann schön wie damals mit Überblendung zur nächsten Spule
> arbeiten. 

Hehe, ich war immer froh, wenn am Tag nur wenige Filme ihre Teller
wechseln mussten. Das Rumtragen war dann doch heikel, v.A. wenn ich
alleine da war und einen Film mit Überlänge und eher lockerer
Wicklung per Brett eine Treppe raufwuchten musste. Später hab ich das
sogar ohne Brett gemacht: Einfach mit Schwung vom Teller gezogen und
auf den nächsten Teller am anderen Saal draufgeworfen, Fixierklammern
hatten wir keine ;) Der GAU mit dem 2km Filmhaufen auf dem Boden 2
Minuten vor Vorstellungsbeginn ist mir zum Glück nie passiert.
Überblendet habe ich nicht, nur komplette Filme vom Teller.

> Auch wir haben die gute Steckmatrix i Einsatz gehabt und Interlock
> auch. Im Palast führte der Film somit über 2 Projektoren und im City
> konnten wir bis zu 4 Kinos gleichzeitig mit Interlock laufen lassen.
> Das war ein Wahnsinns vorbereiten, da wir zwei Vorführräume für
> jeweils zwei der vier Kinos hatten, die ca. 30 Meter auseinander
> lagen. Für aussenstehende sah das völlig wirr aus.

> Ich vermisse die Zeit sehr

4er Interlock? Hätte ich gerne gesehen. Da drückt man wirklich
dreimal die Daumen, dass es beim Synchronstart nicht kracht, man
alles richtig gesteckt hat und dieser eine etwas grenzwertige
Xenonkolben nicht aussetzt. Interlock war jedesmal ein Puzzle. Welche
Rolle? Wie rum den Film drehen, damit nix schleift, von wo nach wo?
;) Und dann stellt man im Betrieb fest, dass der Film doch irgendwo
etwas schleift und Improvisationstalent gefragt ist. Habe mich mal
übel erschreckt, als hinter mir der Film langsam von den Deckenrollen
runter kam, auf den Boden aufditschte, sich dann aber wieder
straffte. Kein Plan, wieso das passierte, jedenfalls gab es keine
Unterbrechung. Vielleicht hatte einer der Projektoren im Interlock
einen Hickser. 2 volle Säle und dann sowas oO.

Ich habe abends alleine alle 9 Säle geschmissen. Dafür war es ein
großer langer Vorführraum. Stress und Entspannung im 3h-Rythmus.
Ich war noch dabei, als die 3 größten Säle auf Digital umgestellt
wurden (mittlerweile sind in diesem Kino alle Säle volldigital).
Werbung lief noch über die alten Kinotons, Hauptfilm dann digital.
Das Zusammenspiel zwischen beiden Anlagen war lustig, denn der
Digitale musste die Impulse für die Steckmatrix auslösen, damit
Vorhang+Licht funktioniert. Andersherum löste ein Plättchen am Ende
der Werbung den Start des Digitalen Projektors aus. Nach und Nach
gabs dann immer mehr Werbung digital und irgendwann wurden die
Kinotons nicht mehr gebraucht.

whynodd

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