8. Mai 2013 08:34

Re: Der Mann hat Recht

Die Diskussion um "Netzneutralität" wird leider viel zu hysterisch
geführt und von vielen Nerds wird nur mit Stammtischparolen
bombardiert. Es ist nun mal so, das die Telekom mit ihrem Geschäft
Geld verdienen muß, wie alle anderen auch. Zu einem nicht
unmaßgeblichen Teil wird auch deshalb so laut geschrieen, weil es
eben die Telekom ist, für viele, warum auch immer, ein
"Magenta-Tuch". Würde einer der Wettbewerber Volumengrenzen
einführen, wäre das wohl nur eine Randnotiz in der Presse geblieben. 

Immer mehr Leute surfen Mobil, da regt sich keiner über
"Surfbeschränkungen" auf. Welch Doppelmoral. Mit normalen Surfen auf
Webseiten, Foren und sozialen Netzwerken werden die 75GB wohl nur
schwerlich ausgenutzt werden, selbt mit VDSL. Auch mehrere Updates
von Linuxrechnern reizen das Volumen noch lange nicht aus. Es ist nur
der Download. Wenn jemand unbedingt meint, rund um die Uhr HD-Filme
zu laden, nutzt er das Netz im erheblichen Maße und verursacht
Traffic. Wenn ein kleiner Anbieter HD-Filme ins Netz stellt, ok. Aber
der Traffic bleibt und muß bezahlt werden. Es ist das gute Recht
eines Providers, sich den Traffic nutzerorientiert bezahlen zu
lasssen. 

Ich zahle mit meiner KFZ-Steuer zwar eine "Flatrate" zur
Straßennutzung, allerdings mit der Kraftstoffsteuer ein
"Volumentarif" analog zur Nutzung. Fahre ich viel, zahle ich auch
viel. Bahn- und Flugtickets wie auch Taxipreise berechnen sich auch
nach Entfernung, regt sich da einer auf? Analog zu den
Nerdforderungen müßte ich dann auch fordern, einmalig im Monat wenig
für Kraftstoff zu zahlen, dafür aber beliebig viel und oft tanken zu
dürfen, ohne Aufpreis versteht sich. Alles andere wäre eine
Einschränkung in meine "Bewegungsfreiheit". 

Allen denen das nicht paßt steht es frei, sich einen passenderen
Provider zu suchen, wo deren Wünsche vermeintlich erfüllt werden. 

Es herrscht eben immer noch die "Internet ist umsonst Mentalität",
das alles unbegrenzt wie kostenfrei zu sein hat. Dazu kommt die naive
Einstellung, man hätte nur Rechte, aber keine Pflichten. 

Es gibt am Ende also nur zwei Möglichkeiten, wie ein Provider
wirtschaftlich arbeiten kann. Entweder man paßt die
Pauschalkostenbeträge der Kunden an die wirtschaftliche Lage an, oder
man bietet gestaffelte Preisgruppen die dem Surfverhalten der
Kundengruppen entsprechen. 

Natürlich wäre eine kostenlose absolut unbegrenzte Flatrate ideal.
Aber das ist "Wünsch Dir was". Im Supermarkt habe ich keine
Einkaufsflatrate, muß auch für alles extra bezahlen, was ich auf das
Band an der Kasse lege. Auch Zeitungen kosten Geld. Kann ich mir
nicht alle Zeitungen leisten, wird aufgrund meiner Finanzlage die
Möglichkeit, mich zu informieren eingeschränkt. Willkommen in der
Realität des täglichen, harten Lebens. ;-)


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