22. Dezember 2012 17:32

Re: Der soll erst mal...

Jo, da schick ich doch als Hamburgä ma 'n "fick dich sehr viel"
hinnerdrein nachn Bayern hin, nä. Wia hia ouben könn datt nämlich
auch, nä. 

Was der Herr Doktor anscheinend nicht verinnerlicht hat, ist der
Umstand, dass es eben nicht DIE Deutsche Sprache gibt. Es gibt viel
mehr eine große Anzahl auf einem deutschen Grundregelwerk basierender
Sprachen und Dialekte, zu denen auch Platt, das Allemannische, das
Hessische, das Schwäbische ebenfalls sowie auch das Schweizerische,
das Österreichische und das Bayerische gehören. Dass diese Sprachen
so gar nichts miteinander zu tun haben, lässt sich leicht
demonstrieren, indem man einen alten Ostfriesen und einen alten
Schweizer in einen Raum sperrt und ihnen sagt, sie sollten mal
gepflegt miteinander reden. 

Vielleicht ist SMS/Twitter/Netjargon einfach nur als neuer Dialekt zu
betrachten. 

Ich kann Zehetmairs Worte jedoch auch insoweit nachvollziehen als
dass wirklich sinnvolle Errungenschaften wie Interpunktion, die so
manchem Satz einen unglücklichen Interpretationsspielraum nimmt, auf
der Strecke bleiben. Es ist halt ein Unterschied, ob man fragt: "Was,
Claudia, willst du schon wieder?" oder "Was, Claudia? Willst du schon
wieder?" Ohne Interpunktion (und Groß-/Kleinschreibung) ist die
Bedeutung dieses Satzes bestenfalls zweideutig: "was claudia willst
du schon wieder".

Solange die Eindeutigkeit nicht leidet, bin zumindes ich gewillt, ein
paar Abstriche bezüglich der Sauberkein zu akzeptieren, wenn auch
zähneknirschend.

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