22. Februar 2013 20:59

Re: Die Gewerkschaften

webskippa schrieb am 22. Februar 2013 18:56

> Gewerkschaften sind in einer Demokratie und auch im Kapitalismus
> äußerst wichtig. Du kannst als einzelner Arbeitnehmer nur schwer
> deine Interessen gegenüber dem Arbeitgeber durchsetzen, es sei denn
> du bist hochqualifiziert und spezialisiert.


Das regelt der Markt doch von ganz allein. Wer schlecht bezahlt oder
seine Mitarbeiter schlecht behandelt, findet eben keine Leute oder
jedenfalls nicht die, die er haben will. Gerade in der heutigen Zeit
ist das wichtiger als je zuvor, die Leute sind mobiler und flexibler
geworden und haben mehr Informationen über den Arbeitgeber als je
zuvor.

> Die Gewerkschaften haben sich aber seit Mitte der 90er selbst ins
> Knie geschossen, indem sie nur Klientelpolitik gemacht haben und
> nicht den Blick für den gesamten Arbeitsmarkt hatten. Nebenbei wurden
> auch sie kräftig von der SPD verarscht.

Was heben sie denn überhaupt getan? Beispiel Bankenkrise: Die Hälfte
der Sitze in den Aufsichtsräten ist durch Gewerkschafter besetzt. Die
haben dafür ordentlich Kohle bekommen, aber weder etwas beaufsichtigt
oder verhindert. Die Folgen kennen wir alle. Übrigens tolle
Klientelpolitik, wenn dann tausende Banker arbeitslos werden.
Übrigens müssen Gewerkschaften Klientelpolitik machen, sie sind
nämlich nichts anderes als Lobbyisten, auch wenn sie es nicht gerne
hören. Was dann die Kleinstgewerkschaften (z.B.
Fluglotsengewerkschaft) zu recht finsteren Vereinigungen macht, die
immer negativ auffallen (30 Prozent mehr lohn und dafür nen
kompletten Großflughafen lahmlegen)
Während die Riesengewerkschaften viel zu groß sind um die Interessen
ihrer unterschiedlichen Gruppen zu vertreten. Wie kann ein
Tarifvertrag für einen gutlaufenden Automobilhersteller genauso
gelten wie für die kriselnde Hintertupfinger Schraubenfabrik mit 50
Mitarbeitern?

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