17. Januar 2013 03:07

Re: FAIL::::>Fachkräfte kommen nicht von der Uni oder aus Startups

mmerz schrieb am 17. Januar 2013 00:51

> Tatsache ist aber auch, dass die Ausbildung an Universitäten oder FHs
> nicht nur eine sehr solide Qualifikation produziert, sondern auch
> einen breiten Background. Kommt also immer darauf an. 

DAS ist selten wie ein Sechser im Lotto. Spätestens seit Einführung
der Bachelor-Studiengänge hat das durchschnittliche
Qualifikationsniveau leider abgenommen. Der Umfang praktischer
Erfahrungen ist meiner Erfahrung nach ebenso gesunken. Ein breiter
Background kann prinzipbedingt nicht vorausgesetzt werden - das gibt
ein Bachelor-Abschluss gar nicht her.

Die Jungs und Mädels mit Bachelor-Degree sind froschgrün hinter den
Ohren, wissen zum Teil einfache Dinge nicht (weil sie nicht
Gegenstand des Studienplans waren) und sind hinsichtlich Softskills,
Belastbarkeit, Selbstständigkeit kaum zu mehr zu gebrauchen als ein
Fachinformatik-Azubi nach Ausbildungsende.

Sicher kann man das nicht generealisieren - aber das ist so der
Durchschnitt, den ich in den vergangenen Jahren beobachten konnte und
teilweise auch ertragen musste.

Bei Inhabern eines Master-Degree sieht das etwas anders aus.
Realistisch ist aber der Output der Hochschulen und Universitäten zu
gering.

Meiner Meinung nach dient das Bachelor-System vor allem der
"schnellen Produktion von Halbqualifizierten", die möglichst billig
einkaufbar sein sollen. So zwischen 35.000 und 45.000 EUR pro Jahr
für einen Softwareentwickler frisch von der Uni. Nur hat das weder
etwas mit Fachkräften noch mit angemessener Entlohnung zu tun.

Trotz geringem Output und trotz dieser für mich fragwürdigen
Bachelor-Abschlüsse gibt es keinen Mangel an hochqualifizierten
Fachkräften. Wie so oft ist es nur eine Preisfrage. Deshalb müsste
man korrekter Weise formulieren: Es gibt einen Mangel an billigen
Fachkräften.

Wer anständig zahlt, bekommt auch gute Leute. Ganz ohne Green- und
Blue-Cards.

> Wir in der IT haben ja einen grossen Vorteil: Entweder man kann's,
> oder eben nicht. Uni hin oder her - wir IT'ler werden am Ergebnis
> gemessen.

Das ist falsch. Können ist niemals mit True oder False zu messen. Es
gibt viele die es können - nur eben nicht richtig. Und das sind die,
die Probleme verursachen mit denen sich sehr viele Anwender jeden Tag
herumärgern müssen. Weltweit.

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