4. Januar 2013 11:49

Re: FRAND-Patent vs. Geschmacksmuster

yettie schrieb am 4. Januar 2013 11:28

> > Es gibt soviele mögliche Gesten, mit denen man ein Unlock realisieren
> > könnte. Warum mußte aber gerade das kopiert werden?

> Da sieht man die Extreme. Eine andere Antwort weist darauf hin, dass
> es einen Schieber zum Entriegeln in der analogen Welt schon ewig gibt
> und es deshalb auch bei einer 100% Kopie überhaupt nicht schutzwürdig
> sei.

Wenn ich das Patent mal aussen vor lasse, ist es nach meinem
Empfinden nachgebaut. 
Wer weiss, vielleicht wäre eine andere Realisierung ja sogar noch
besser gewesen. Wenn man sich jedoch nur aufs Nachmachen verlegt,
werden wir dies jedoch nie erfahren ...


> > Ein Farbwechsel ist sicher kein unverwechselbares Charakteristikum an
> > einer solchen Funktion. Das wäre ja, wie wenn man z.B. BMW Autos 1:1
> > nachbaut und nur andere Farben wählt. 
> > Ein Verschieben der Funktion auf dem Display käme in diesem Vergleich
> > bestenfalls als Vertauschung von Fahrer und Beifahrerseite gleich -
> > für die Engländer.
> > 
> > Was meinst Du, was BMW in dem Fall wohl machen würde?

> Klagen kann jeder, aber dann zurecht verlieren. Ein Markenhersteller
> brachte einen fleckigen Pudding auf den Markt, der einen ähnlichen
> Pudding bei ALDI "inspiriert" hat. Er klagte und verlor auch in
> letzter Instanz. Nur wirklich direkte Plagiate sind verboten, leicht
> andere Fleckenmuster und Namen erlaubt. Ein andersfarbiger, leicht
> anders geformter Schieber ist das Äquivalent.

Ich glaube nicht, daß BMW in dem geschilderten Gedankenexperiment
verlieren würde.
Unabhängig von Gerichtsurteilen davon empfinde ich Schieber wie
Puddingfleckenmuster nachgeahmt, um vom Marketing bzw. Prominenz des
Originals zu profitieren - Trittbrettfahrer halt.


Anzeige

heise online Themen