10. November 2012 00:58

Re: Gehälter steigen bereits für ECHTE Spezialisten

MuellerSchmidt schrieb am 9. November 2012 15:59

> K3 schrieb am 9. November 2012 15:38
> > Worauf es ankommt, ist Spezialwissen in einer bestimmten
> > Anwendungsdomäne: Dinge, die man in keinem Informatikstudium
> > lernt und in keinem Informatikbuch findet. Die sind es nämlich
> > letztlich, die den einzelnen IT-ler dann so schwer austauschbar
> > machen.

> Genau das ist es. Nur weil jemand PHP, C++ oder Java Programmieren
> kann und vielleicht so "hoch komplexe" Sachen wie einen Singleton
> damit zusammenstöpseln kann ist derjenige noch kein IT-Spezialist.

Weist du, die Krux an der Sache ist die:

DAS Wissen, das für dich - und wohl Bitkom & Co - Spezialisten
ausmachen, kann man sich nur während der Ausübung des Berufes
erarbeiten...

Nehmen wir bsp. den Marktsimulator bei einer CH-Bank. 

Dafür braucht men neben den Programmierfährigkeiten
(Studium/Lehrgang/etc) auch noch:
Kenntisse des Marktes, der simuliert werden soll (gibts von den
Bankern als Unternehmensinterna)
Entwickelte marktspezifische Algorythmen mit Kennzahlen (gibts von
den Statistikern & Mathematikern der Bank (oder wird mit jenen
zusammen erarbeitet), als "Streng geheim"-Unternehmens-Interna)
Stets die aktuellen marktrelevanten Zahlen (gibts von den
entsprechenden MA's der Bank)
(uvm)

... sehr viele Internas, an die kein normaler Mensch ran kommt, der
nicht bereits dort dabei ist... 

Und diejenigen, die sich via Werksstudent/Praktikant dieses Wissen
erarbeiten wollen, dürfen maximal Kaffee holen, weil man weis das der
Praktikant nie eingestellt wird (zu wenig Berufserfahrung, zu wenig
Weiterbildung) - also ein potentielles Sicherheitsrisiko darstellt
(der könnte mit dem Wissen abhauen und anderen Vorteile bringen)...

Und nun addiere man dazu, das gerade SOLCHE Spezialisten ein
Konkurrenzverbot unterschreiben müssen. Mind. 6 Monate altes Wissen
gilt als veraltet, und die "Fachkraft" ist verwirkt.

Was passiert also nun mit all den Informatikern und Fachkräften, die
in der UBS (wieviele Jobs? Knapp 1000 oder?) ihren Job verlieren?
Entweder sie müssen in andere Bereiche (wg. Konkurrenzverbot), sie
sitzen für die Dauer des Konkurrenzverbotes auf der Strasse, ODER:
sie verlassen das Land, pfeiffen auf das Konkurrenzverbot (und
riskieren Gesetze zu brechen; vgl.: "warum es aus Singapur keine
Steuersünder-CD gibt" (darauf stünde dort die Todesstrafe)). 

Nun - als Abteilungsleiter/Manager/Personaler hätte ich mit so einem,
der sich nicht an die Vertragsbedingungen hällt, extreme Mühe. Ich
würde so einen als permanetes Sicherheitsrisiko betrachten...

Sozusagen ist das ganze ein Teufelskreis wie bei den Arbeitslosen:
um den gewünschten Job zu bekommen, musst du den gewünschten Job
haben. Hast du diesen nicht, bekommst du ihn nie, weil du diesen Job
nicht hast...

Frag doch mal an welcher Uni/FH die Spezialisten ihr "Spezialwissen"
gelernt haben und wo sie es überal einsetzen dürfen; dort werde ich
mich dann auch einschreiben... Ev. bekomm ich dann so mal wieder nen
Job ;-)

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