17. Januar 2013 07:14

Re: Hat mit Schützenvereinen nix zu tun...

palm schrieb am 16. Januar 2013 10:19

> Die Rechte einzelner müssen aber im Einklang zu den Rechten der
> Gemeinschaft stehen. Daher gibt es z. B. Verkehrsregeln die die
> Rechte des einzelnen Rasers zugunsten der Sicherheit der restlichen
> Verkehrsteilnehmer beschneiden. 
Und diese Verkehrsregeln besagen, dass sämtliche Kraftfahrzeuge
verboten sind? Das gleiche forderst du doch beim Thema Waffen.
Oder regeln diese Verkehrsregeln nur den Umgang der
Verkehrsteilnehmer untereinander? Das macht das geltende Waffenrechte
heute auch schon.

> Genauso sehe ich das beim Thema Schußwaffen:

> Auch ich als Nichtwaffenträger habe ein Recht auf Unversehrtheit und
> möchte nicht in eine Schieserei geraten!
Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, in Deutschland in eine von
Legalwaffenbesitzern verursachte Schießerei zu geraten? Schon mal
davon gehört, dass ein Verbot juristischen Grundsätzen genügen muss?
Dazu gehören z.B. die Gebotenheit und die Verhältnismäßigkeit.
Gut 40 Mio PKW in Deutschland fordern jedes Jahr über 4000
Verkehrstote. 4.5 Mio legale Schusswaffen weniger als 10 Tote. Mir
erschließt sich nicht der Sinn, warum ein Schusswaffenverbot
angesichts dieser Zahlen gerechtfertigt sein soll, während weiter
jeder Trottel mit einem PKW über die Straßen donnern darf.
Und bevor das Argument mit dem "Sinn" eines toten Gegenstands kommt,
im Grundgesetz steht etwas zur freien Entfaltung der Persönlichkeit,
nicht aber etwas darüber, dass diese nur mit "sinnvollen"
Gegenständen erlaubt ist.

> Daher bin ich für jegliches Verbot privater Schußwaffen, so wie es
> z.B. in Großbrittanien üblich ist. Wer dort trozdem mit einer Waffe
> erwischt wird, wird mit mindestens 2 Jahren Knast bestraft. 
Dass sich die Gewaltkriminalität seit dem Verbot mehr als verdoppelt
hat und Kriminelle in GB heute öfter und vor allem auch schwerer
bewaffnet sind als vor dem Verbot, blenden wir einfach aus. Das passt
nicht ins Bild. Dass GB in Europa mit Abstand führend bei der
Gewaltkriminalität ist, muss auch niemanden kümmern. Es kann
schließlich nicht sein, was nicht sein darf.

Schönen Gruß von der "Waffenlobby". Die bin ich ja wohl nach deiner
Meinung.
Ach ja ... kleiner Hinweis noch: Die "Waffenlobby" in Deutschland
sind zahlreiche Kleinst- oder Einmannbetriebe, ein paar
mittelständische Unternehmen (die sich für den wenig lukrativen
privaten Waffenbesitz kaum interessieren, da Behördenaufträge den
Löwenanteil des Umsatzes ausmachen) und ca. 4 Millionen
Waffenbesitzer. Deren politischer Einfluss liegt bei nahezu Null.
Waffengegner werfen nur allzu gerne die "Waffenlobby" mit der
Rüstungslobby in einen Topf. DA geht es um milliardenschwere
Rüstungsaufträge und DA ist tatsächlich auch das nötige Kleingeld für
Lobbying vorhanden. Der Rüstungsindustrie geht der private
Waffenbesitz aber am Allerwertesten vorbei. Der durchschnittliche
Sportschütze kauft keinen Leopard, Eurofighter oder
Kampfhubschrauber.

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