17. November 2012 01:10

Re: Idiotisch, aber ich antworte trotzdem mal

Mit_linux_wär_das_nicht_passiert schrieb am 16. November 2012 23:52

> > "Mit meinen (!) Geldscheinen will ich machen können dürfen, was ich
> > machen will!"

> Nein. Genau wie bei digitalen Medien wollen die Leute nicht *alles*
> damit machen dürfen, sondern nur das, was in einer Gesellschaft
> einigermaßen fair wäre, und zwar für beide Seiten.

Es ist und bleibt einfach unfair, wenn die einen immer leisten sollen
und die anderen diese Leistungen immer für umsonst haben wollen.

> Es ist nicht einzusehen, warum jeder einen Aufpreis für seine Kopien
> bezahlen sollte, nur damit die Kopierer einen
> Geldscheinerkennungsalgorithmus bekommen, wo doch das Vervielfältigen
> und Inumlaufbringen gefälschter Banknoten ohnehin verboten ist.

Dieser Algorithmus wäre nicht nötig, wenn sich jeder an das Verbot
hielte. Auch im Supermarkt müssen alle (zahlenden) Kunden höhere
Preise bezahlen, weil Verluste aus Ladendiebstahl einkalkuliert sind.

> Genausowenig ist einzusehen, warum jeder auf USB-Sticks,
> Speicherkarten, DVD-Rohlinge, Festplatten und Brenner einen Aufpreis
> zahlen sollte. 

Das Geschrei wegen der paar Cent habe ich noch nie verstanden.

> Zurück zum Kopieren und zur Fairness: Die Privatkopie sollte explizit
> erlaubt bleiben, wie sie es viele Jahre war, und es sollte verboten
> werden, den Verbrauchern dieses Recht technisch oder vertraglich
> wegzunehmen. Für kommerzielle Schwarzkopierer hat zu Recht kaum einer
> Verständnis.

Die erlaubte Privatkopie versucht doch erst seit der Zeit
einzuschränken, als das Vervielfältigen massenhaft übertrieben wurde
(s. oben: Verluste aus Ladendiebstahl). 
"kaum einer Verständnis"? Hallo? Dafür wurde sogar eine Partei
gegründet! 

> spreche von so krassen Dingen wie der Vorratsdatenspeicherung,
> frächendeckender Deep Packet Inspection und Three Strikes, alles

Three Strikes fände ich gerade einen sinnvollen Schutz. Es wird doch
immer wieder rumgeheult, dass arme Mütter in den Ruin verklagt
wurden, weil ihre Kinder nicht wissen konnten, dass man nicht
raubkopieren darf. Mit Strike One würden sie es erfahren und mit
Strike Two nochmal darauf hingewiesen. Wenn sie es dann immer noch
"nicht wissen", würde bei Strike Three nur der Internetanschluss
vorübergehend gesperrt. Das ist für die armen Mütter viel billiger
als in den Ruin verklagt. Ich meine, wir reden von eine Zeit lang
*keinen Internetanschluss*, nicht *kein Essen und Trinken*. Und im
Gegensatz zur Führerscheinsperre (wo man gar kein Auto fahren darf),
könnte man immer noch ins Internetcafe u.a.

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