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17. Januar 2013 18:38

Re: Journalismus

Es ist deren JOB so zu argumentieren!
Wenn sie bereits vorher sagen würden: "Ach, alles halb so wild, dafür
bekommt der Gute Mensch nur eine Verwarnung, dann geht das schon...",
dann sagt der Verteidiger: "Gut, davon die Hälfte!"

Es ist doch quasi schon die Pflicht der Anklage das "Verbrechen"
möglichst dramatisch darzustellen. Die Verteidigung macht das exakte
Gegenteil (unser Mandant hat NICHTS getan, was gegen das Gesetz
verstößt!) und am Ende trifft man sich irgendwo dazwischen.
Und wenn die Journalisten nur blind die theoretischen Höchststrafen
addieren und dann bei 25 Jahren oder sowas landen, dann ist das halt
theoretisch das Maximum. "Up to" sagt es doch schon.

Schonmal die Androhungen der hiesige Anwälte bei einem
Filesharing-Fall gesehen? Da wird auch schnell von 250000 Euro Strafe
und Gefängnisstrafen geredet, was demjenigen blühe, wenn er nicht die
Unterlassungserklärung unterzeichnet + Phantasiekosten (oftmals grob
500 bis 1200 Euro) zahlt.
Einschüchterung. Ganz normaler Alltag in Prozessen. Jede Seite macht
erstmal ein Fass auf mit viiiiel heißer Luft.

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