10. Februar 2013 20:08

Re: Kann man Linux auf dem Ding installieren?

blauregen schrieb am 8. Februar 2013 15:39

> > Den Unterbau meine ich ja gar nicht, sondern die GUI. Da gibt es
> > richtig gute, ausgereifte und unter einer freien Lizenz stehende wie
> > z.B. WebOS.

> Das ist allerdings, glaube ich, erst seit letztem Sommer in der Form
> verfügbar.

Ja. Allerdings nicht in einer Alpha-Form, sondern als ausgereiftes
System, was sich schon auf Smartphones und Tablets bewiesen hat. Die
App-Situation ist nicht toll, aber besser als z.B. bei den
Win8-Metro-Apps. Davon abgesehen schreiben sich Apps sehr leicht. 

> Naja, nicht mehr. Wenn ich der Projektseite glauben darf haben sie
> Okular,Calligra und Kontact schon im Plasma Active Design, und wollen
> im März auch gleich eine Hardware Plattform vorstellen. Sicher, es
> wird kein Surface Pro oder Ipad Mini, aber interresant wird es
> allemal.

Interessant wird es eigentlich erst dann, wenn sich genügend
App-Entwickler finden. Die schreiben heute für iOS und Android.
Vielleicht auch noch für ein drittes System. Aber halt nicht für zehn
verschiedene OSS-Systeme.

> > Die anderen Entwickler, die den klassischen Desktop bevorzugen,
> > sollten lieber den besser machen, als die Zeit in was ganz anderes zu
> > stecken.

> Denke ich nicht. Was sich vom Tablet zum Desktop unterscheidet sind
> View und Controller. Die Geschäftslogik und Datenmodelle können, so
> wie die Tablets gerade an Leistung zulegen, direkt übernommen werden,
> wenn du eine kompatible Basis von Bibliotheken hast.

Da bleibt aber weiterhin eine komplett andere GUI-Philosophie, das
würde ich nicht unterschätzen. V.a. braucht ein Entwickler dann ja
auch mehrere Geräte, um das vernünftig testen zu können.

> Ehrlich gesagt halte ich die Idee, das ein ganz tolles System
> rauskäme, wenn die ganzen OSS-ler sich in einem gigantischen
> Kathedralenprojekt unter einem Kommitee versammmeln würden, anstatt
> weiterhin verschiedene, sich gegenseitig befruchtende Ansätze zu
> verfolgen, für ziemlichen Quatsch.

Mir ging es nicht nur um das System an sich, sondern auch die ganze
App-Infrastruktur. Wenn es 20 Systeme gibt, werden sich auch die Apps
auf 20 Systeme aufteilen und das schadet den einzelnen Systemen.
Es ist ja heute schon nervig, für Android zu entwickeln, weil es so
stark fragmentiert ist. Und das ist ein einzelnes System.

Davon abgesehen halte ich die Behauptung, dass durch mehrere Systeme
die Gesamtqualität steigt, für zweifelhaft. Da müsste ja z.B. der
Sound unter Linux der beste von allen Systemen sein.
Generell habe ich bei KDE und Gnome auch immer den Eindruck gehabt,
dass sich das eine stark an Windows und das andere zumindest von den
Grundideen an OSX orientiert. Und nicht an kleineren
Unix-Entwicklungen wie Enlightment oder Xfce.

Anzeige

heise online Themen