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9. November 2012 18:29

Re: Kaum jemand braucht einen neuen Rechner.

> Das ist auch gut so. Das ökonomische Potential der Volkswirtschaften
> kann dann für etwas besseres verwendet werden und sei es nur für
> Freizeit. Außerdem fällt weniger Sondermüll an, ein ökologischer
> Gewinn.

Es gibt weder mehr Freizeit, noch weniger Sondermüll. Denn die
Nachfrage hat sich nur in Bezug auf klassische Rechner reduziert.
Andere Technikprodukte werden dagegen verstärkt nachgefragt, wie z.
B. Tablets, Handys.

> Ach, das führt im Kapitalismus zu Problemen, weil Freizeit durch
> Arbeitslosigkeit realisiert wird und die Menschen darunter zu leiden
> haben, die im Schweiße ihres Angesichts dafür gesorgt haben, dass
> ihre Arbeitskraft am Ende selbst überflüssig wird? Tja, dann ist eben
> etwas am Kapitalismus falsch!

Allokationsprobleme sind kein spezielles Problem des Kapitalismus.
Keine Wirtschaft ist perfekt darin Angebot und Nachfrage in Balance
zu halten. Jede Wirtschaft durchlebt zudem Hochs und Tiefs.

> Die Reaktion kapitalistischer Unternehmen ist vorhersehbar, geplante
> Obsoleszenz wird intensiviert, der nicht vorhandene Bedarf wird
> künstlich geschaffen. Computer werden vermehrt mit verklebten SSDs
> verkauft, die nur knapp länger als die Garantiezeit halten, Hard- und
> Software werden zunehmend verdongelt angeboten und neue Software wird
> alte Hardware nicht unterstützen.

Die Schuldigen dafür sitzen aber nicht nur auf der Angebotsseite. Vor
allem sind es auch die Konsumenten, die alles immer möglichst billig
und neu haben wollen.

> Kapitalistische "Wertschaffung"
> wird dadurch gerettet und die Leute dürfen weiter fröhlich ihre
> Lebenszeit opfern, um Dinge herzustellen bzw. zu finanzieren, die sie
> im Grunde nicht brauchen. Diese Vorgehensweise hat bereits begonnen.

Wieder sehe ich das Problem auch auf der Konsumentenseite. Wenn
weniger nachgefragt wird, wird auch weniger produziert. Der Mensch
braucht im Grunde nicht viel zum Leben. Sogar auf das Internet könnte
man verzichten.

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