17. Januar 2013 08:44

Re: Kein Bedarf an ARMseligen Servern

Das gute bei "keiner Ahnung" ist dass man aus seiner kleinen
Perspektive sich im Recht sieht.

Aber leider verkennst du dass die Tage der Wollmilchsäue gezählt
sind. Das hat nicht nur ökonomische Gründe sondern auch die
Unfähigkeit von Intel die Kunden langfristig mit 10% Performance
Verbesserung weiterhin Geräte schmackhaft zu machen. Noch dazu kommt
beim Endanwender nichts an.

Deshalb ist der Trend im Moment auch auf ARM Server dort zu setzen wo
Rechenleistung a la Definition von Intel eh Perlen vor die Säue sind:
Webserver & Co.

Schlimm finde ich persönlich ja, dass dedizierte Designs und SOCS
mehr Power bieten als der schnellste Intel Chip, jedenfalls was die
Praxis angeht. Bei den Benchmarks kann man es sich ja schön reden
aber in der Praxis zählt dass was der Kunde am Gerät wahrnimmt. Und
da zuckelt so mancher Xeon vor sich hin wenn I/O ins Spiel kommt oder
schlichtweg das Betriebsystem selbst den Mauscursor Sekundenlang am
Desktop verharren lässt. 

Witzig finde ich, dass Intel dieses Problem schon in den 90ern hatte
als Heimcomputer trotz Benchmarkunterlegenheit von der reinen CPU
Power deutlich schneller und besser erledigten weil das Gesamtdesign
schlichtweg besser und ausgewogener war. Weinen konnte man dann in
den späten 90ern als Intel das Motto "alles muss die CPU machen"
verkündete und selbst so Unsinnigkeiten wie Sound und Modem über die
CPU liefen. War das Modem aktiv (oder zumindest die Datenzufütterer
für die CPU) wars vorbei mit den ach so tollen Benchmarks und man
fühlte sich wie in der Steinzeit. Ja das hatte schon etwas, kann man
die Tage ja mit Intel Graphiklösungen bestens nachempfinden. Bei all
der tollen Technik aus dem Hause Intel in Sachen Graphik reichts
gerade mal für den Bodensatz bei der Graphikleistung und
Funktionalität. Wenigstens haben sie Ausdauer bewiesen, unrühmlich
ist es allerdings dass sie trotz Marktbeherrschender Lage und
Verbrannter Erde beim Preis um AMD einzubremsen erneut wichtige
Trends verschlafen haben und nun ausserhalb ihres Stammfeldes gegen
Smartphones und Tablets angehen müssen. 

ARM war schon zu Heimcomputerzeiten der Kracher in Sachen Leistung,
was war doch der Archimedes ein tolles Gerät. Mit Basic konnte man
performante Software schreiben die jeden PC hat stehen lassen. Einzig
Acorn war der bremsende Faktor bei der Verbreitung. Wer hätte gedacht
dass letztlich diese Architektur mit Intel gleichziehen würde? 

Dabei ist es letztlich die Energieeffizienz die den Weg ebnete. Intel
hatte ja StrongARM von DEC übernommen nachdem man sich grosszügig am
geistigen Eigentum der Alpha bedient hatte um seine eigenen
flügellahmen Entwicklungen aufzupeppen. Letztlich haben sie es aber
gegen die Wand gefahren - vermutlich aus Unverständnis für den Markt
und die Bedürfnisse der Kunden.

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