5. Dezember 2012 00:44

Re: Krampf (Editiert vom Verfasser am 05.12.12 um 01:29)

Richtig. Das sind auch meine Bedenken gegenüber
Behindertenwerkstätten. Und auch wenn es Ausnamen gibt, wird der von
ihnen beschriebene Zustand sicher die Mehrheit ausmachen. Wobei ich
mir hier die Frage erlaube, wo der Unterschied zur
Regalbepackungshilfskraft im Discounter besteht (von der Bezahlung
abgesehn)?
Einen Job den man gerne macht und bei dem Bezahlung das Tüpfelchen
auf dem i ist haben wohl nur die wenigsten. Die meisten bekommen nur
eine mehr oder minder große Aufwandsentschädigung, für die Zeit in
sie: So viel bessere Dinge machen könnten.

Ihr Beispiel nochmal Aufgreifend plädiere ich hier für
Einzelfallentscheidungen: Entweder direkt in einen integrativen
Betrieb oder aber halt eine Behindertenwerkstatt in der halt nicht
nur Kugelschreiber zusammengeschraubt werden. Wobei das mit dem
integrativen betrieb immer so hochtrabend klingt und wahrscheinlich
bei den Entscheidungsträgern die größten Hürden darstellt. Wenn
jemand gut mit Computern und Grafik kann, warum steckt man den nicht
in die Werbeabteilung. In jeder mittleren Firma werden entweder
Gelder für PR locker gemacht oder aber jemand dafür eingestellt.
Sofern die Firma nicht so groß ist konnte man die oben beschriebene
Person als halbe Stelle einstellen. Den Angestellten freuds, das
Arbeitsamt macht nicht schlecht Gelder locker und dem Chef-BWLer
sollten eigentlich die Tränen kommen wegen der gesparten Summe. Von
sogenannten Synergieeffekten wie die positive Marktauswirkung des
Wortes integrativ noch gar nicht in die Jahresbilanz mit einbezogen.

Sicher kann man nicht nach Schema F sagen: "OK, der ist Behindert,
der kann nur den Hebel an der Bohrmaschine runter ziehen. Und weils
nicht ansträngend ist, macht der dat 6 Std täglich!" Sowas ist an
keinem Arbeitsplatz auf dauer erträglich, egal ob 'normal' oder
'behindert'. Aber 'Behindertenwerkstatt' zu lesen und 'Skandal' zu
schreien ist genauso Schema F. Es gibt nämlich durchaus auch gute
Arbeitseinrichtungen für Menschen mit körperlichen oder geistigen
Einschränkungen.
Und auch wenn ich nicht weiß wo die FairMaus gefertigt wird, aber
anhand der 'richtigen' Überlegungen die in das Produkt geflossen
sind, denke ich das hier nicht die billigste Werkstatt genommen
wurde.

Bleibt unterm Strich das typisch Gemecker das irgendwas immer
falsch/schlecht ist. Auf das nicht aus RecyclingUSB-Kabel wurde ja
schon im Bericht eingegangen. Wahrscheinlich werden aber die
Schrauben auch nicht aus Recyclingmaterial hergestellt. SKANDAL - da
hat uns doch jemand nicht die ganze Wahrheit gesagt -> Wer weiß
welche Leichen da noch im Keller liegen. Ich bin auf jeden Fall
dagegen, schließlich werden die Mäuse nicht aus Feenfürzen
hergestellt. Wobei diese wahrscheinlich Methan enthalten, also
ebenfalls des Teufels wären.

sOCKI

Edit sagt: Wenn es sich hier um (Beispiel: großen Hersteller bitte
nach eigenem Gutdünken ersetzen) ein Samsungprodukt Handeln würde,
die eine Solarzelle auf die Oberfläche kleben und sagen die Maus sei
Grün, dann könnte ich den Einwand verstehen. Wenn auch in der Form,
weil wenig konstruktiv, nicht gut heißen. Erst recht wenn man unter
Fairer Arbeiterbehandlung versteht das die unter 12 jährigen nur 16
Std am Tag arbeiten müssen.

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