30. November 2012 15:44

Re: Kündigen

cdonat schrieb am 30. November 2012 15:21

> Du scheinst ein Problem damit zu haben, die Situationen zu
> unterscheiden, in denen die Maximierung des Gewinns alles dominiert
> von solchen, in denen der Gewinn vorhanden sein muss, aber nicht das
> oberste Prinzip ist, dem sich alles unterzuordnen hat.

Ja, weil es da eben keinen Unterschied gibt. Du phantasierst da einen
hinein, aber woanders als in Deiner Phantasie gibt es diese
Unterscheidung nicht.

> Das Beispiel Schlecker zeigt ja, dass es funktioniert: Wegen der
> bekannten Arbeitsbedingungen, wegen der schlechten Einrichtung, etc.
> sind nicht genug Leute dort einkaufen gegangen. Also musste der ganze
> Laden dicht machen. Die Kunden haben durch ihre Abstimmung mit den
> Füssen entschieden, dass Schlecker in dieser Form keine weitere
> Existenzberechtigung hat.

Das ist doch Quatsch. Anton Schlecker war eigentlich ein Idealist wie
er Dir gefallen müsste; er wollte mit vielen kleinen Läden überall
präsent sein anstatt einen Riesen-Markt nach dem Anderen auf die
grüne Wiese zu setzen wie Aldi und Lidl das seit Jahren vormachen.

Nun hat ihm das alles nichts genutzt, weil der Zweck der
Geldvermehrung offensichtlich nicht gegeben war, genau deshalb ist er
pleite gegangen.

> Um ein positives Beispiel zu bringen (im Gegensatz zu Schlecker) Es
> muss wohl irgendwann genug Menschen gegeben haben, die zu Bioläden
> abgewandert sind. Jedenfalls kenne ich ausser den Discountern, wenige
> Supermärkte, die kein Bio Angebot aufgebaut haben, um diese
> ausreichend grosse und zahlungskräftige Kundengruppe zurück zu
> gewinnen. Hier hat also der "König Kunde", also die Masse der Kunden
> eine veränderte Geschäftspolitik erzwungen.

Ja, so kann man sich das auch erklären ...
Vielmehr ist es so, daß die großen Supermärkte erkannt haben, daß
sich mit BIO gutes Geld verdienen lässt. Nachdem das bekannt war, war
kein weiterer "Zwang" mehr nötig.

> Ich denke nicht, dass mein Verhalten dabei unvernünftig ist.

Doch, denn Du schädigst Dich durch diese wohlgemeinte Zurückhaltung
ja selbst. Und dann ist und bleibt es ja auch nur ein einzelnes
Beispiel, ich versuche schon die ganze Zeit den Übergang zu machen zu
dem /allgemeinen Prinzip/, das unserer Wirtschafstweise zugrunde
liegt. Warum sträubst Du dich so dagegen?

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