27. Dezember 2012 19:04

Re: Meh...

accent schrieb am 27. Dezember 2012 17:25

> Internetz schrieb am 27. Dezember 2012 17:05

> > Nun ja, das wären wohl vor allem das Monopol der GEMA als einzige
> > Verwertungsgesellschaft für Musik

> Hab keinen Bock, dass immer wieder jedem einzeln zu erklären. Du
> weisst schon, dass es andere VGs gibt? Ja, auch für Musik. Und
> niemand - auch nicht die GEMA - hat etwas dagegen? Schau dir mal die
> tolle C3S an, die du anscheinend nicht kennst. Nur geht da kein
> Künstler freiwillig hin, weil sie nämlich ziemlich unattraktiv ist.
> Die ach so tolle C3S, die alles so viel besser machen will als die
> GEMA versucht mit allen Mitteln Mitglieder zu finden und hat trotzdem
> noch nicht die nötige Anzahl zusammen bekommen. Sieh mal einer an.

Die C3S ist keine Verwertungsgesellschaft. Sie hat keine solche
Lizenz - weder in Deutschland, noch irgendwo anders. Kann sie auch
gar nicht, da sie noch nicht einmal rechtswirksam gegründet wurde.
Das ist bisher nichts weiter als eine Absichtserklärung einiger
Künstler.

Und die EU-Initiative zur Abschaffung der Monopole der lokalen
Verwertungsgesellschaften ist meines Wissens im Sande verlaufen.

> > und die GEMA-Vermutung.

> Würdest du dich wirklich ernsthaft dafür interessieren, würdest du
> mal ein Buch zum Thema lesen. Zum Beispiel das Standardwerk zum
> Thema: "Recht Und Praxis Der Gema: Handbuch Und Kommentar".
> Geschrieben von einer ganzen Reihe Jura-Professoren und
> Staatswissenschaftlern.

Da ich keine Doktorarbeit über die GEMA schreibe, sondern mich das
Thema nur am Rande im Kontext von Modellen für eine digitale
Gesellschaft beschäftigt, kann ich auf diese 1000 Seiten Lektüre wohl
verzichten.

Wenn du aber wirklich ernsthaft an einer Diskussion zu dem Thema
interessiert wärest, würdest du hier Argumente bringen, statt völlig
unspezifisch auf ein Standardwerk zu verweisen.

> > Offenlegung der Ausschüttungen an Mitglieder

> Geschäftsberichte sind Online auf der Website verfügbar.

Und die sagen genau was aus? Daraus kann ich nur Summenwerte für
grobe Kategorien erfahren, was in diesem Kontext völlig uninteressant
ist.

Ich rede hingegen von vollständiger Transparenz: Welcher Künstler
erhält wieviel für welches Werk; welche Beträge werden an welche
ausländische VGs abgeführt bzw. über diese eingenommen; welche
Rücklagen werden z.B. aufgrund der Vertretung von Nichtmitgliedern
nach UrhWahrnG §13c Abs. 3 gebildet und was geschieht damit nach
Ablauf der Verjährungsfrist usw.

Ich möchte damit vor allem das Problem angehen, dass einige wenige
Künstler von der GEMA offenbar größere Summen erhalten, obwohl ihre
Werke teilweise kaum noch nennenswert aufgeführt werden, während der
Großteil der Mitglieder mit der GEMA ein Verlustgeschäft macht.

> > ein öffentlich
> > zugängliches Register der vertretenen Künstler und Werke.

> Und hiermit hast du dich vollkommen disqualifiziert. Wie kann man so
> ahnungslos sein???

Danke für die Polemik ohne sachdienliche Argumente. Ich sehe hier
drei Möglichkeiten, was du damit meinen könntest:

1. Du meinst, so etwas gäbe es bereits?

Wo? Soweit ich weiß ist das Werkregister der GEMA nicht öffentlich
und es gibt lediglich die Möglichkeit, schriftlich um Auskunft zu
Werken zu bitten.

2. Du meinst, so etwas wäre nicht realisierbar.

Ein weltweites Register wäre sicherlich eine Herausforderung. Man
könnte aber mal in Deutschland oder der EU anfangen und dann schauen,
welche Register anderer VGs es gibt, mit denen man Daten austauschen
kann. Die müssten einer Veröffentlichung ihrer Daten dann natürlich
zustimmen.

Die GEMA-Vermutung könnte dann sukzessive für die vom Register
erfassten Länder abgeschafft werden und müsste nur noch für Künstler
aus den bisher nicht erfassten Ländern gelten.

3. Du willst mich belehren, dass die GEMA keine werkbasierte
Verwertung anbietet.

Das ist mir bewusst und ich glaube nicht, dass du das meinst, da die
GEMA ja offenbar bereits ein nicht öffentliches Werkregister führt.
Aufgrund der Komplexität der Zuordnung von Werken zu Künstlern halte
ich ein werkbasiertes Register auch in jedem Fall für notwendig.

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