10. November 2012 11:44

Re: Offtopic: Leistung und Treiber

Sushi im Glas schrieb am 9. November 2012 23:32

> > Linux ist für eigentlich gar nichts die "bessere" Plattform. Es ist
> > nur anders.
> Danke: "Es ist nur anders"
> Eine treffende Formulierung. Daher ist der folgende Kommentar
> "meistens sogar bedienungsunfreundlich" auch eher eine Frage des
> anders seins und daher so wie ich das sehe eher eine
> Philosophie-Frage. Schön dass man die Wahl hat!
Ja, natürlich!
Sofern man sich auch nicht von den tief eingetretenen Pfaden der
Standards entfernt, ist doch auch alles vorbereitet und vorgekaut.
Man braucht nur noch zu klicken und es geht. Also im Grunde nichts
anderes als OSX oder ein vorinstalliertes Windows.

Die "Bedienungsunfreundlichkeit" habe ich ja auch eingeschränkt. Eben
immer dann, wenn man von dem Standard abweicht.
Beispiele wären z.B. die Einrichtung vom SmartNotifier
(Smartmontools). Installieren: Kein Problem. Abfrage der Smart-Daten:
Kein Problem. Überwachung im Hintergrund mit einer automtisch
ausgelösten Benachrichtigung, wenn denn die Smart-Werte einen Defekt
bemerken: Je nach Linux-Distribution müssen ein, zwei oder drei
Dateien manuell editiert werden.
Das kann man ja nicht als tolles vorteilahftes Feature verkaufen. Es
ist wohl eher Schuld der unnötigen Zersplitterung. Jede Distribution
handhabt die Konfiguration halt etwas anders und somit kann man es
nicht einheitlich programmieren. Ausbaden muß das der User.
Etwas anderes wäre es ja, wenn es automatisch (oder über einfache und
einheitliche GUI-Einstellungen) funktionieren würde, und manuell
bearbeitet werden KÖNNTE. Aber nun MUSS man es halt manuell machen,
sonst geht es nicht.

> Hmm das editieren sehe ich ehrlich gesagt als Stärke an: Ich finde es
> sehr komfortabel, Konfigurationen einfach kopieren zu können und auf
> andere Maschinen als Textdatei übertragen zu können.
Das stimmt nur solange, wie man den Zwang diese Dateien erst selbst
zu editieren vergisst.
Zudem liegen die teilweise auch lustig verstreut herum - bei jeder
Distribution anders aufgeteilt, mit anderen Aufgaben und in anderen
Verzeichnissen. Die Speicherorte verändern sich ja sogar im laufe der
Zeit.

Ja, es ist schön, daß da Konfigurationsdateien sind. Aber es ist eben
leider keineswegs einheitlich und wenn man die erst selbst anpassen
muß, damit überhaupt etwas geht, dann darf mans ich zurecht fragen,
ob der spätere, nicht selten nur theoretische, Fall des Kopierens der
Konfiguration überhaupt eine ernstzunehmende Rolle spielt.
Man kann ja auch Konfigurationsdateien oder Reg-Keys bei Windows
exportieren.

> Es ist halt eine
> andere Bedienphilosophie. Ich akzeptiere, dass manche lieber mit Maus
> und graphischer Oberfläche arbeiten, meine Sache ist das bei Configs
> aber nicht - ist halt Geschmacksache. So hässlich ein nackter
> Texteditor auch sein mag, ich mag ihn (nicht aus optischer Sicht).

Texteditoren und Konsolen sind eine Eigenart von Linux. Nur mal so
als aktuelles Beispiel: Die Standardinstallation von Windows Server
2012 ist ebenfalls ohne GUI.

> Eine ausgeglichene Koexistenz wäre für alle User das Beste: Ähnliche
> Marktanteile zwischen Windows, Linux und MacOS dürfte für
> Innovationen und realistische Marktpreise das Beste sein. Gerne auch
> noch ein paar Prozente Marktanteil, die unter den Nischenprodukten
> aufgeteilt sind. Ein Traum wäre für mich 30:30:30:10%
Mir würde es reichen, wenn die OS-Fanatiker einen Schritt zurück
machen würden, einmal tief durchatmen und dann mal versuchen etwas
nüchterner auch die Fehler ihrer Betriebssysteme zu sehen.

Mir ist es im Endeffekt egal, welches OS ich nutze, solange die
Software, die ich benutzen muß, darauf ohne Probleme funktioniert.
Wer sich nur am OS aufgeilt, dann aber nicht (effizient) arbeiten
kann, der hat den Sinn eines Betriebssystems nicht verstanden.

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