30. März 2012 11:29

Re: Populistisches Blabla

freeJofi schrieb am 30. März 2012 10:42
> Jetzt bin ich mal neugierig: Wenn ich als Angestellter der Firma
> MiniSoft Software entwickele, bin ich dann der Urheber dieser von mir
> entwickelten Software, oder ist das die Firma MiniSoft?
Natürlich bist du der Urheber.
Das ist aber völlig ohne Belang, denn es geht hier allein um die
Verwertungsrechte. (im englischen deshalb auch "copyright")
Und die haben dir in diesem Falle niemals zugestanden. Sie gehören ab
dem Moment der Entstehung des Werkes der Firma.

Und genau das ist die Essenz des gesamten "Urheberrechtes". Es ist
nämlich im Kern Verlegerrecht. 
Das Geschäftsmodell ist der Verleger ist nicht die Erzeugung von
Inhalt, das Geschäftsmodell der Verleger ist das Kopieren von
Inhalten, die Dritte erschaffen haben. Und das Urheberrecht
monopolisiert das Kopieren. 

Der schöpferische Akt der Verleger beschränkt sich dabei auf die
Auswahl der Farbe der Tinte, in der die Geschäftsbücher geführt
werden. Und je stärker die Stellung der Verlage - auch und besonders
mit Hilfe des Urheberrechts - desto mieser ist die Lage der
eigentlichen Kreativen, die schöpferisch tätig sind.
Sie sind im Normalfall gezwungen, sich an die Verlage zu verkaufen
und sich mit den Krumen zufrieden zu geben, die Ihnen die Verleger
unter den Tisch werfen.

PS:
Nicht umsonst wurde die Stellung der Urheber in all den
"Urheberrechtsreformen" eher geschwächt. Gestärkt wurde
ausschließlich die Stellung der Berufskopierer in den Verlagen.


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