5. Februar 2013 13:18

Re: Schwarzes Kulturloch Urheberrecht

Es ist doch verständlich, dass die Verlage ihre neuen Bücher
verkaufen wollen.

Vor Kurzem habe ich mal gehört, dass die Zahl der
Buchveröffentlichung sich die letzten 10 Jahre verdoppelt hat. Das
Lesevermögen einer Bevölkerung ist beschränkt. Die alten Schinken
sind vielleicht ganz interessant, sie versperren aber auch ganz
immens die Sicht auf die neuen Verlagsprogramme. 

Wenn man der Grafik glauben kann, ist dieser Effekt immens. Dass
Bücher, die noch in den maßgeblichen Leistungsschutzfristen liegen,
nicht mehr verfügbar sind, ist dann natürlich Bestandteil der
Verlagspolitik. Die Verlage wären blöd, wenn sie dieses Mittel nicht
nutzen würden. Wieso sollen sie Bücher bis zu 70 Jahre (demnächst 90)
auf Lager halten, weil sie vielleicht mal verkauft werden könnten,
wenn sie genausogut druckfrische ohne sich Jahrzehnte summierende
Lagerkosten verkaufen können?

Wer kann, der kann. Ist für die Verlage egal, ob die Verkaufszahlen
der mittelalten Bücher so schnell sinken, weil das Angebot mit Hilfe
des Urheberrechts verknappt wird oder weil die neueren Autoren top
sind.

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