9. Dezember 2012 19:21

Re: Spotify kämpft ums Überleben ... das Geschäftsmodell funktionert eben nicht

dhoughal schrieb am 9. Dezember 2012 18:45

> Edna Krabappel schrieb am 9. Dezember 2012 18:28

> > Das physische Medium ist weniger entscheidend als Du denkst. 

> So, ist es das?

Ja.

> Die Realität zeigt etwas anderes, wie bspw. die
> Erfindung von MP3 zeigt, die dramatische Einnahmeverluste bei der
> Musikindustrie zur Folge hatte.

Nunja ... die Musikindustrie ist immer noch da. Bei Spotify bin ich
mir dagegen nicht so sicher, ob es das in zwei Jahren noch gibt. Die
Liste der untergegangenen Streaming-Dienste ist lang.

> > Es geht
> > hier um die schützenswerte Verbindung von einem Menschen zu seinem
> > Werk.

> Natürlich geht es auch darum.

Das ist der wesentliche Kern der Urheberrechtsdebatte.

> Nur stellt sich Frage, ob und wie der
> Wert eines Werkes bemessen wird. Letztlich ist dies auch nur ein
> Markt, wie auch der für Autoreifen, Gummistiefel oder Vollkornbrot.
> Es mag sein, dass ein kleiner Bäcker seine Brötchen zu einem
> bestimmten Mindestpreis verkaufen muss, um unter anderem seine
> Bäckergesellen und seinen Meister bezahlen zu können. Doch wenn
> plötzlich in der Nachbarschaft ein Backmax eröffnet, der die Brötchen
> zum halben Preis verkauft, dann ist dies nunmal die Realität, mit der
> der kleine Bäcker zu leben hat. Vollkommen gleich, ob das schön,
> weniger schön, fair, unfair oder was auch immer ist. Es ist die
> Marktrealität.

Das Internet produziert aber keine Musik. Da hat sich nichts
geändert, und da wird Deine Überschätzung des Mediums deutlich.

> > Was willst Du mir damit sagen? Mein Standpunkt sei populistisch? Guck
> > Dir mal diesen Thread an ...

> Wieso beziehst Du das auf Dich?

Was wolltest Du mir denn sonst sagen?

> > Da unterschätzt Du die Kinder. Die haben durchaus ein
> > Gerechtigkeitsgefühl und ein Film oder Musikstück ist denen schon
> > etwas wert. Die wissen schon dass da jemand anderes gearbeitet hat
> > und das das dessen Werk ist. "Das war aber meine Idee!" hört man
> > durchaus von Kindern, ebenso wie "Nachmacher" verpönt sind.

> Dieses Gerechtigkeitsgefühl bezieht sich aber nicht unbedingt auf
> Lieder, die man sich irgendwo kostenlos besorgt oder auf Filme, die
> man sich mal schnell auf kino.to angesehen hat.

Doch, doch, die haben da schon ein schlechtes Gewissen. Aber umsonst
ist nun mal zu verlockend und da wird ein Kind schon mal schwach. Die
Schutzbehauptungen um sich das eigennützige und ungerechte Verhalten
schönzureden kommen erst viel später. Und man braucht einen
Erwachsenen um sich das so einzureden, dass man es irgendwann selber
glaubt und mit Händen und Füßen verteidigt. Irgenwann ist man halt in
der Lebenslüge gefangen.

> > Die Evolution. Die Revolution ist so ziemlich das Gegenteil der
> > Evolution.

> Falsch. Beide zeigen grundsätzlich in die gleiche Richtung, nämlich
> nach vorne. Die Revolution hat darüber hinaus noch die plötzliche,
> völlige Auslöschung eines alten Systems zur Folge.

Nö. Die Evolution hat in der Mutation erstmal gar keine Richtung. Die
kommt erst durch die Selektion und auch da gibt es kein "vorne"
sondern nur ein "survival of the fittest", das Du dann *nachträglich*
als "Vorne" definieren kannst. Das sind aber menschliche Begriffe mit
denen die Natur nichts am Hut hat.

Aber die "Richtung" spielt auch keine Rolle, die Evolution spielt
sich nun mal auf langen Zeitskalen und jeweils kleine Modifikationen
ab. Radikale Sprünge, wie bei einer Revolution, gibts da nur in
Superhelden-Comics.

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